BDSV fordert faire Rahmenbedingungen für die heimische Stahlindustrie

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Quelle: Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen e.V.

Düsseldorf — Brandenburg, Niedersachsen, Saarland und Sachsen haben die Bundesregierung aufgefordert, sich auf EU-Ebene für den Schutz der deutschen Stahlindustrie einzusetzen. Die BDSV begrüßt den am Freitag im Bundesrat eingebrachten Entschließungsantrag dieser Länder, faire Rahmenbedingungen für die heimische Stahlindustrie zu schaffen. Nur so kann es nach Ansicht der Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen e.V. auch für das Stahlrecycling in Deutschland eine Zukunft geben.

Die angespannte Situation der Stahlindustrie wirkt sich unmittelbar auf die BDSV-Mitgliedsunternehmen aus. Die Branche versorgt Stahlwerke und Gießereien mit Stahlschrott, der zu 100 Prozent recycelt werden kann und sowohl in Oxygenstahlwerken wie auch in Elektrostahlwerken als Sekundärrohstoff umweltschonend eingesetzt wird. Massive Überkapazitäten auf den internationalen Stahlmärkten, insbesondere in China, das rund die Hälfte der weltweiten Rohstahlproduktion beiträgt, haben zur Folge, dass Stahlprodukte zu sehr niedrigen, nicht kostendeckenden Preisen den europäischen Markt überfluten. Die Importe bringen zudem einen ökologischen Rucksack an CO2–Emissionen mit, der bei der Stahlherstellung in Deutschland nicht anfallen würde. Die CO2-Emissionen beim Transport sind noch dazuzurechnen.

Die Situation hat sich in diesem Jahr deutlich zugespitzt, da der verschärfte EU- Emissionshandel und das Erneuerbare-Energien-Gesetz, die jeweils für sich genommen schon der heimischen Stahlindustrie Riesenlasten aufbürden, weitere Wettbewerbsnachteile bewirken. Ein Antidumping-Verfahren der EU-Kommission gegen China verspricht keine kurzfristige Wirkung, wird jedoch von der BDSV für unausweichlich gehalten.

Quelle: Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen e.V.