Bayerische MVA-Aschen: Bessere Qualität und Verwertung möglich

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Müllverbrennungsanlage (Foto: ©Gabi Schoenemann /http://www.pixelio.de)

Augsburg — In einer Studie haben bifa-Wissenschaftler neun bayerische Anlagen zur thermischen Behandlung von Restabfall (MVA) auf ihr Potenzial für eine verbesserte Rostaschenverwertung untersucht. Das Ergebnis: Die Ausbeute von Eisen und NE-Metallen und die Qualität der mineralischen Bestandteile könnte deutlich gesteigert werden.

Rostaschen werden teilweise mit eigenen Aufbereitungsanlagen, teilweise über externe Aufbereitungsdienstleister unter dem Aspekt der Metallrückgewinnung und der Herstellung eines niederwertigen Baustoffes aufbereitet. Dabei wird neben möglichst reinen Fe- und NE-Metallkonzentraten auch ein mineralisches Material erzeugt, das für den Deponiebau, den Straßen- und Wegebau und als Tragschicht im Tiefbau geeignet ist oder als Versatzmaterial genutzt werden kann. Allerdings ist in Bayern weder die Verwertung im Straßen- und Wegebau noch der Einsatz als Versatzmaterial vorgesehen. Die zu erwartende Ersatzbaustoffverordnung stellt möglicherweise für die Verwertung von Schlacken aus MVA künftig deutlich höhere Anforderungen auch an eventuelle Schadstoffgehalte.

Durch eine weiter gehende Aufbereitung der Rostaschen mit moderner Technik erscheinen sowohl eine nochmals deutliche Steigerung der Ausbeute von Eisen und NE-Metallen möglich als auch die Qualitätsverbesserung der mineralischen Bestandteile zur möglichen Verwertung außerhalb der Bereiche Versatzmaterial und Deponiebau. Wenn dadurch neue Verwertungswege erschlossen werden könnten, ließe sich der vorhandene Deponie-Rohraum in Bayern noch deutlich länger nutzen. Durch eine gezielte Aufbereitung der Rostasche-Feinfraktion < 2 mm lassen sich beispielsweise noch zusätzliche Metallanteile erschließen. Diese enthalten überwiegend „schwere“ NE-Metalle wie Kupfer, Silber und Gold. Die Menge wird auf 0,3 % bis 0,6 % der Rostasche geschätzt.

Voraussetzungen für eine hochwertige Verwertung der von eluierbaren Schadstoffen entfrachteten Rostaschen sind die zukünftige rechtliche Zulässigkeit und die Schaffung geeigneter Absatzmärkte. Die wirtschaftliche Realisierbarkeit erscheint unter den gegenwärtigen rechtlichen Rahmenbedingungen und aufgrund gesunkener Metallpreise trotz guter Verbesserungspotenziale unsicher.

Quelle: bifa Umweltinstitut GmbH