Das Kunststofffenster zur Zukunft: Mit Recycling und Kreislaufwirtschaft

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Fensteraustausch (Foto: Rewindo)

Bonn — Prowindo – die Allianz für das Kunststofffenster bündelt seit 2009 fachliche und politische Kompetenzen der Branche. Auf der Pressekonferenz im Rahmen der Messe Fensterbau Frontale gestern in Nürnberg kamen neben anderen aktuellen Themen der Branche auch Kunststofffenster-Recycling und das Kreislaufwirtschaftspaket zur Sprache.

Michael Vetter, Geschäftsführer von Rewindo GmbH, hob in seinem Vortrag über „Kunststofffensterrecycling und Urban Mining – Mengensteigerung durch neue Wege“ auf Ressourcengewinnung durch Urban Mining ab. Die Grundidee des Urban Mining: In der Stadt wertvolle Rohstoffe abbauen. „Das zu hebende Wertstoffreservoir lagert, von uns selbst angelegt, als Sekundärrohstoff in Gebäuden und muss zur erneuten Nutzung ausgebaut, erfasst und aufbereitet werden. Altfenster und Rollladen aus Kunststoff eignen sich hervorragend für das ‚Urban Mining‘- Konzept“, betonte Michael Vetter hervor.

Im Jahr 2015 konnten die Mengen an recycelten Altfenstern und Rollladen – auch durch verstärkte Nutzung des ‚Urban-Mining‘-Ansatzes – in Deutschland durch Rewindo und seine Partner auf über 27.000 t gesteigert werden. Das entspräche einem Zuwachs von mehr als zehn Prozent gegenüber 2014. Auch die Rücknahme der Recyclate zur Herstellung neuer Fenster- und Bauprofile entwickele sich seit Jahren positiv.

Die Rahmenbedingungen müssen stimmen

„Circular Economy Package – vielfältige Herausforderungen an die Branche“ war Thema der Präsentation von Gerald Feigenbutz, Geschäftsführer vom Qualitätsverband Kunststofferzeugnisse e.V. und der European PVC Window Profiles and Related Building Products Association. Seiner Darstellung nach haben die von der EU definierten Klimaziele haben entscheidende Auswirkungen auf die Nutzung von natürlichen Energieressourcen. Dekarbonisierung ist eines der oft genannten Stichworte, was im Ergebnis eine sukzessive Abkehr von fossilen Brennstoffen als Energieträger zur Folge hat. Vielfach wird das Verbrauchsverhalten heute schon in CO2-Äquivalenten bewertet. „Konkret erreicht werden soll dies insbesondere durch den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien, die Bereitstellung und Nutzung von Sekundärrohstoffen sowie eine konsequente Umsetzung des ‚Eco-design‘- Konzeptes. Das Circular Economy Package bildet gewissermaßen die große Klammer. Insbesondere für Kunststoffe sind Anforderungen an Recyclierfähigkeit, biologische Abbaubarkeit, gefährliche Substanzen sowie ‚marine litter‘ zu definieren“, erklärte Gerald Feigenbutz.

Im Grundsatz werde diese Politik von Fachkreisen unterstützt, jedoch müssten die Rahmenbedingungen stimmen, insbesondere kontroverse Richtlinien und Gesetze angepasst werden. „So übersichtlich das Modell ‚Kreislaufwirtschaft‘ ist, so komplex sind die Warenströme, für die es gelten soll. Ein Kernproblem ist die europaweite Beherrschung der Abfallströme, aus denen Sekundärrohstoffe gewonnen werden sollen. Mit dem ‚controlled-loop recycling‘ alter Kunststofffenster liefert die Branche schon heute ein Musterbeispiel im Sinne der Kreislaufwirtschaft, für das die politischen Rahmenbedingungen verbessert werden müssen“, akzentuierte Gerald Feigenbutz.

Quelle: Prowindo c/o AGPU – Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt e.V