Kampf gegen maritimen Plastikmüll: Econyl wandelt Polyamid-Abfälle in Nylon-Fasern um

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Geborgene Fischernetze (Foto: ©Econyl®)

Berlin — Auf 140 Millionen Tonnen wird die Menge der Plastik-Abfälle in den Weltmeeren geschätzt; jedes Jahr kommen über sieben Millionen Tonnen dazu. Giulio Bonazzi, Vorsitzender und CEO von Aquafil, setzt sich bereits seit Jahren für die Beseitigung von Plastikabfall ein und hat mit seinem Team das Econyl® entwickelt. Econyl sammelt Polyamid-6-Abfälle wie Teppiche oder Fischernetze von Deponien und aus den Weltmeeren und wandelt sie durch ein innovatives Regenerationssystem in primäre Rohstoffe zur industriellen Weiterverarbeitung um.

Ein großer Teil des maritimen Abfalls stammt von Schiffen, die Verpackungsmaterialien, Abfälle, Netzreste oder Taue auf dem Wasser entsorgen. Der Grund dafür: In den Häfen ist die sachgemäße Abgabe von Schiffsmüll mit hohen Gebühren verbunden. Da internationale Verpflichtungen derzeit noch nicht konsequent durchgesetzt werden, ist eine Strafverfolgung in den seltensten Fällen möglich. „Die Müllentsorgung für Schiffe muss vereinfacht beziehungsweise die Gebühren verringert werden“, so der Experte Giulio Bonazzi. „Der WWF fordert beispielsweise bereits seit längerer Zeit eine Bereitstellung von Müllsammelstellen, um diesem Problem Einhalt zu gebieten. Auch müssten die Strafen drastisch erhöht werden, damit die Boote gar nicht erst auf die Ideen kommen, das Meer mit einer Deponie zu verwechseln.“

Gefahr der Geisternetze

Regelmäßig sterben Wale, Delphine, Schildkröten, Seekühe, Seevögel und andere Meeresbewohner qualvoll durch Strangulation in Plastikschlingen oder herumtreibenden Fischernetzen aus Plastikseil, sogenannten Geisternetzen. Diese Netze fangen weiter, selbst wenn die Fischer sie längst nicht mehr verwenden. Gemeinsam mit Healthy Seas hat es sich Econyl zur Aufgabe gemacht, in der Nordsee und im Mittelmeerraum befindliche Müllreste und Geisternetze zu entfernen. Das Econyl Regenerationssystem wandelt sie in Premium Nylon-Fasern um, die als Rohstoff für nachhaltige Produkte wie Strumpfwaren, Badebekleidung, Unterwäsche und Teppiche gebraucht werden.

Laut Giulio Bonazzi spart das Econyl System massiv Energie und Wasser und produziert weitaus weniger Restmüll bei gleichzeitig höherer Ausbeute an hochwertigem Nylon: „Dabei wird die Umwelt doppelt entlastet: Auf der einen Seite wird Abfall wieder verwendet, der sonst auf Müllhalden oder in der Natur beziehungsweise den Meeren landen würde. Auf der anderen Seite werden zusätzlich wertvolle Rohstoffe gespart, die normalerweise zur Herstellung von Nylon benötigt werden. Zudem handelt es sich bei dem umweltschonenden Produktionssystem um einen endlos möglichen Regenerationsprozess, der die Umweltbelastung und den Verbrauch an natürlichen Ressourcen und Energie auf ein Minimum reduziert.“

2014 wurde die Marke Econyl mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Sonderkategorie „Ressourcen-Effizienz“ ausgezeichnet.

Quelle: Aquafil S.p.A.