80 Prozent: Schneidölverluste bei Metallspänen durch Brikettierung minimiert

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RUF Brikettierpresse (Foto: RUF)

Zaisertshofen — Durch Verpressen von losen Edelstahlspänen zu Briketts konnte die EZ Zerspanung GmbH ihre Kosten für Schneidöle deutlich senken und die Umwelt entlasten. Denn beim Brikettieren gewinnt der Spezialist für Drehteile etwa 80 Prozent des an den Spänen haftenden Schneidöls zurück. Vor allem durch diese Einsparungen hat sich die eingesetzte RUF-Brikettierpresse in weniger als drei Jahren amortisiert.

Das Kerngeschäft der Mitarbeiter konzentriert sich auf den Treppenbereich. EZ Zerspanung produziert hierfür an verschiedenen Automaten Drehteile aus Edelstahl wie Wandbolzen, Handläufe, Handlaufträger und Abschlusskappen. Die Brikettiertechnologie hielt bei dem Unternehmen Einzug, als die Drehmaschinen und Sägen von Kühlschmier-Emulsionen weitgehend auf reines Schneidöl umgestellt wurden. Fertigungsleiter Alexander Fröhlich berichtet: „Statt der vergleichsweise geringen Kosten für die Emulsionen fielen nun rund 25.000 Euro pro Jahr für das Schneidöl an.“ Ein Teil davon wurde zwar schon in den Fertigungsmaschinen zurückgewonnen und wiederverwendet, doch einiges bleibt an den Spänen haften. Der Schrotthändler nahm notgedrungen die Edelstahlspäne mit samt der anhaftenden Ölreste ab – allerdings ein schlechtes Geschäft für beide Seiten. Denn EZ Zerspanung verlor wertvolles Öl, für den Metallverwerter minderte das Öl den Wert der Späne.

Schneidöl aus den Spänen herausgepresst

Die Lösung entdeckten Firmeninhaber Bernhard Heil und Alexander Fröhlich 2013 bei der Messe METAV in Düsseldorf angesichts der Brikettiertechnologie von RUF. Wenige Monate später nahm eine Presse vom Typ RUF 4/3700/60×40 bei EZ Zerspanung den Betrieb auf. Der 4 kW starke, elektrische Antriebsmotor verpresst die Stahlspäne mit einem spezifischen Pressdruck von 3.700 kg/cm². Die Briketts besitzen einen Querschnitt von 60×40 mm. Ihre Höhe variiert abhängig von der anfallenden Späneart zwischen etwa 60 und 100 mm. Der Hauptvorteil der Maschine liegt in der Trennung von Edelstahl und Schneidöl: Während des Pressvorgangs wird das Öl fast vollständig herausgepresst. Den Spänen haften etwa 13 Gewichtsprozent Schneidöl an; die Brikettierung senkt den Ölanteil im Brikett auf maximal drei Prozent.

Das Öl wird in einer Wanne des Brikettiersystems gesammelt und mit Hilfe einer Kühlschmierstoffpumpe von dort aus in einen danebenstehenden Container gepumpt. „Anschließend filtern wir das Öl, um Schwebstoffe zu entfernen und speisen es wieder in die Maschinen ein. Bei Preisen von knapp zwei Euro pro Liter Schneidöl ergeben sich so erhebliche Einsparungen“, erläutert Fröhlich. Insgesamt brikettiert EZ Zerspanung pro Jahr knapp 70 Tonnen Späne. Späne, die nach der Bearbeitung mit Emulsionen statt mit Öl behaftet sind, werden nicht brikettiert.

Trocken und kompakt statt nass und voluminös

Neben der Schneidölrückgewinnung profitiert das Unternehmen auch von der massiven Volumenreduzierung, die durch das Pressen erfolgt. „Früher holte der Schrotthändler alle vier bis fünf Tage einen 15-Kubikmeter-Container mit Spänen ab. Allein für den Transport fielen monatlich mehrere hundert Euro Kosten an“, berichtet Fröhlich. Infolge der massiven Komprimierung beim Pressen ist nun nur noch ein Bruchteil der Transporte erforderlich. Liegt die Volumenreduzierung bei Frässpänen meist im Bereich von 1:4 bis 1:6, so kann sie bei den längeren Drehspänen Werte bis zu 1:10 erreichen. Vor allem durch die Wiederverwertung des Schneidöls, aber auch durch die reduzierten Transportkosten ergab sich für EZ Zerspanung eine Amortisationszeit von weniger als drei Jahren für die Investition in die RUF-Anlage, obwohl die Presse bei Weitem nicht voll ausgelastet ist.

Nach knapp drei Jahren fällt die Bilanz rundum positiv aus. „Wir sind mit der Anlage äußerst zufrieden; sie arbeitet sehr zuverlässig“, resümiert Alexander Fröhlich.

Quelle: Ruf Maschinenbau GmbH & Co. KG