VacuDry: Vakuum-Destillation zur Bohrschlamm-Entsorgung

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VacuDry-Anlage (Foto: econ industres)

Starnberg – „In Deutschland wird mit belasteten Bohrschlämmen offensichtlich nachlässiger umgegangen als etwa in Australien oder Aserbaidschan“, meint Reinhard Schmidt, Geschäftsführer von econ industries. Das Umwelttechnik-Unternehmen hat mit seiner VacuDry®-Technologie weltweit eine Entsorgungs-Alternative im Einsatz. Die vakuum-thermische Reinigung bei der Sanierung von Bohrschlamm-Gruben bietet eine Alternative zur zentralen Deponierung oder Verbrennung.

Recherchen von WDR und NDR hatten die dringliche Notwendigkeit der Sanierung von bis zu 1.400 Bohrschlamm-Gruben vor allem in Niedersachsen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern gezeigt. An einigen Stellen soll die Gefahr einer Grundwasser-Verunreinigung bestehen. „Angesichts der vollkommen unklaren Dimension des Bohrschlamm-Problems hierzulande sollte über die Vakuum-Destillation als umweltfreundliche Alternative zur Deponierung und zugleich über eine Reduzierung der Transporte nachgedacht werden“, empfiehlt Reinhard Schmidt. Ziel sollte sein, möglichst ressourcenschonend eine stoffliche Wiederverwertung zu erreichen.

Mit seinen VacuDry®-Anlagen will econ industries weltweit effiziente Lösungen zur Aufbereitung von gefährlichen industriellen Abfällen sowie kontaminierter Böden und Schlämme zur Verfügung stellen. In econ-Anlagen werden Schadstoffe wie Quecksilber oder Kohlenwasserstoffe unter Hitze und Vakuum in einem geschlossenen Prozess abgeschieden. Diese Vakuum-Destillation senkt die Siedetemperaturen der Schadstoffe und ermöglicht die energieeffiziente Behandlung in einem komplett gekapselten Prozess. Bei dem Verfahren werden laut Herstellerangaben Schadstoffe wie Quecksilber oder Kohlenwasserstoffe durch Verdampfen nahezu vollständig abgetrennt und anschließend als Flüssigkeit auskondensiert. Anders als bei der Verbrennung, gelangen keine Schadstoffe in die Abgase. Die gereinigten Böden können im Anschluss beispielsweise wieder an Ort und Stelle zur Verfüllung der bei der Sanierung entstandenen Gruben genutzt werden, was den Transportaufwand gegenüber der Sondermüll-Deponierung auf weniger als ein Prozent reduzieren soll.

Die Bohrschlamm-Aufbereitung mit dem Verfahren der Vakuum-Destillation von econ industries könnte beispielsweise dezentral in Niedersachsen erfolgen. Dies würde vor allem die Zahl der Gefahrgut-Transporte nach Nordrhein-Westfalen oder Rheinland-Pfalz und das Volumen der zu deponierenden Abfälle hierzulande drastisch reduzieren. „In Australiens Bundestaat Victoria ist die Deponierung solcher Abfälle aufgrund der Gesetzeslage beispielsweise keine wirtschaftliche Lösung mehr. Dort hat der Gesetzgeber neben den normalen Deponiegebühren eine Strafsteuer eingeführt, die ausschließlich der Förderung neuer Technologien zur Abfallbehandlung dient. Der Flächenverbrauch und die Risiken durch Transporte und Ausgasung nach der Sondermüll-Deponierung sind hierzulande identisch, werden aber vom Gesetzgeber leider völlig anders bewertet“, urteilt Reinhard Schmidt.

Insbesondere hinsichtlich Energieeffizienz und Verminderung des CO2- und Schadstoffausstoßes soll das econ-Verfahren anderen thermischen Trennverfahren weit überlegen und international von den Genehmigungsbehörden als Stand der Technik anerkannt sein. Der Hersteller econ industries verfügt über einen globalen Kundenkreis, hat in über 30 Ländern Vertriebspartner und kooperiert mit lokalen Ingenieursbüros.

Weitere Informationen sind unter econindustries.com erhältlich.

Quelle: econ industries