BMUB fördert Pilotprojekt zur Phosphat-Rückgewinnung aus Klärschlamm

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Kläranlage (Foto: ©Dieter Schütz /http://www.pixelio.de)

Berlin — Das Bundesumweltministerium unterstützt die Stadt Pirmasens bei der ökologischen Nachrüstung einer städtischen Kläranlage. Mit knapp 430.000 Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm fördert das BMUB ein Pilotprojekt, das nicht nur die Energieeffizienz steigert, sondern auch die Nährstoffrückgewinnung aus dem Klärschlamm ermöglicht. Das Projekt, das zusätzlich durch die Stadt Pirmasens gefördert wird und bei dem auch das Land Rheinland-Pfalz seine finanzielle Unterstützung angekündigt hat, leistet einen Beitrag zur Erschließung von Ressourcen und trägt zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie bei.

Die technische Innovation des Vorhabens besteht in der Kombination von Thermodruckhydrolyse im Teilstromverfahren und zwischengeschalteter Hochlastfaulung mit anschließender Fällung von Magnesiumammoniumphosphat. Aus 9.000 Kubikmetern Klärschlamm sollen jährlich 250 Tonnen Magnesiumammoniumphosphat zurückzugewonnen werden: Es kann wegen seiner guten Pflanzenverfügbarkeit direkt als Düngemittel eingesetzt werden. Zusätzlich ist geplant, aus einem Teil der im Schlamm enthaltenen Stickstofffracht Flüssigdünger in Form von Ammoniumsulfat zu gewinnen.

Mit dem Vorhaben können mehr als 60 Prozent Phosphat zurückgewonnen werden. Die Gasausbeute soll sich um 15 Prozent und die Eigenenergieerzeugung von 10 auf 16 Kilowattstunden pro Einwohnerwert steigern. Der Energieverbrauch kann von 18 auf 16 Kilowattstunden pro Einwohnerwert gesenkt werden. Die damit verbundene Verringerung des CO2-Ausstoßes beträgt rund 75 Tonnen pro Jahr. Die Reduktion des Klärschlamms beträgt bis zu 15 Prozent, die Einsparung an Fällmittel bis zu 60 Prozent sowie von Polymer bis zu 50 Prozent.

Das innovative Verfahren ist grundsätzlich auf andere Kläranlage mit biologischer Phosphor-Elimination, Verwendung von Aluminiumfällmitteln und mit anaerober Schlammstabilisierung (Schlammfaulung) übertragbar.

Mit dem Umweltinnovationsprogramm wird die erstmalige, großtechnische Anwendung einer innovativen Technologie gefördert. Das Vorhaben muss über den Stand der Technik hinausgehen und sollte Demonstrationscharakter haben.

Quelle: Bundesumweltministerium