Der Umsatz der deutschen Abfallwirtschaft wird auf 50 Mrd. € geschätzt

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Rohstofflager (Foto: ©Sabine-Susann Singler / http://www.pixelio.de)

Hannover — Recycling leistet in Deutschland einen bedeutenden Beitrag zur heimischen Rohstoffversorgung. 2013 wurden ca. 69 Prozent des gesamten deutschen Abfallaufkommens von ca. 386 Mio. t stofflich verwertet. Weitere 10 Prozent wurden zur Energiegewinnung thermisch verwertet sowie ca. 17,5 Prozent deponiert. Die bedeutendsten Abfallgruppen in Deutschland sind Bau- und Abbruchabfälle mit mehr als 50 Prozent Anteil am Gesamtaufkommen, Industrie und Gewerbeabfälle mit ca. 15 Prozent sowie Siedlungsabfälle mit etwa 13 Prozent. Der Umsatz der deutschen Abfallwirtschaft liegt bei geschätzten 50 Mrd. €.

Zu diesem Ergebnis kommt die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in ihrem kürzlich erschienenen Report zur „Rohstoffgewinnung in Deutschland – Von tiefen Löchern und kleinen Flittern“ von Harald Elsner und Martin Schmitz.

Abfälle aus dem Abbruch und Rückbau der heimischen Infrastruktur werden unter anderem als Recycling-Baustoffe in der Bauindustrie verwendet, was die benötigten Mengen an natürlichen Zuschlagstoffen vermindert. So wurden 40,4 Mio. t Bauschutt und 14,8 Mio. t Straßenaufbruch im Jahr recycelt, was 78,3 Prozent bzw. 96,1 Prozent des Gesamtaufkommens an diesen mineralischen Bauabfällen entspricht .

In der deutschen Metallproduktion werden zudem bereits seit vielen Jahrzehnten hohe Anteile an Sekundärrohstoffen (im Wesentlichen Schrotte) verarbeitet. Die hierzu benötigte Abfälle werden nicht nur heimisch gesammelt, sondern auch aus EU-Staaten, untergeordnet aus außereuropäischen Staaten importiert. Von den ca. 1,1 Mio. t des 2014 in Deutschland produzierten Aluminiums stammten beispielsweise etwa 599.000 t aus recyceltem Material, und in der deutschen Stahlproduktion wurden 2014 bei einer Produktion von ca. 42,94 Mio. t Rohstahl etwa 19,13 Mio. t Stahlschrott eingesetzt. Auch in der Produktion von Buntmetallen werden in großem Umfang Schrotte und andere metallische Abfälle eingesetzt: 2014 wurden geschätzte 248.000 t Blei, 30.000 t Zink und 285.000 t Kupfer in Deutschland aus sekundären Rohstoffen raffiniert. Zudem wurden rund 6.000 t Zinn aus Schrotten und metallischen Abfällen zurückgewonnen.

Der Produktionswert der deutschen Sekundärrohstoffe (Bau- und Abbruchabfälle, Schrotte und metallische Abfälle, Kunststoffe, Papier, Glas etc.) betrug 2010 bereits ca. 10 Mrd. € und dürfte sich nach Einschätzung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe seitdem kaum verringert haben.

Weitere Daten zum Thema sind der Studie „Rohstoffgewinnung in Deutschland – Von tiefen Löchern unf kleinen Flittern“ unter deutsche-rohstoffagentur.de zu entnehmen.

Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe