IKB: Globale Nachfrage nach Primär- und Recyclingaluminium soll 2016 anziehen

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Aluminiumschrott (Foto: Marc Weigert)

Düsseldorf — Die globale Nachfrage nach Primär- wie auch Recyclingaluminium zieht in den nächsten Jahren weiter an. Unverändert kommen Impulse aus dem Trend zum Leichtbau in der Automobil- und der Luftfahrtindustrie, der Bauwirtschaft sowie der Nachfrage nach Verpackungsmitteln. In Deutschland wird 2016 die Produktion von Recyclingaluminium stärker ansteigen, prognostiziert die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information.

Nachdem die weltweite Primäraluminium-Produktion 2015 um 9 Prozent auf knapp 58 Mio. t anzog, erwartet die IKB Deutsche Industriebank für 2016 nun eine Erzeugung von bis zu 59 Mio. t. Obwohl die Produktion im Januar 2016 leicht geringer ausfiel, sollte noch ein Zuwachs primär in Asien sowie eine leicht höhere Produktion in Europa erfolgen. Insgesamt wird 2016 einen bestenfalls ausgeglichenen Markt, evtl. ein kleines Angebotsdefizit erwartet.

Die Lagerbestände von Primäraluminium an der LME sind tendenziell weiter rückläufig: Diese betragen nun 2,76 Mio. t. An der SHFE liegen die Bestände bei rund 317.000 t; sie haben sich leicht erhöht. Weitere knapp 40.000 t befinden sich in den Lagern der Comex. Damit ist die Versorgung weiterhin gut. Der Angebotsüberschuss war 2015 aufgrund des steigenden Bedarfs kleiner ausgefallen. Die LME-Bestände an Recyclinglegierungen machen nur rund 16.000 t aus. Die derzeit im Aufbau befindlichen neuen Kapazitäten für Recyclingaluminium sichern die Versorgung weiterhin. Bis zur Jahresmitte 2016 erwartet die IKB einen weiteren Lagerabbau bei Primäraluminium.

Die Primäraluminiumpreise zogen im Verlauf des Februar 2016 tendenziell an. Die investive Nachfrage nahm zwar leicht zu: Die Zahl der Handelskontrakte lag aber Ende Februar 2016 unter dem Wert des Vorjahresstandes. Die physische Nachfrage ist dagegen weiter ungebrochen. Der aktuelle Kapazitätsaufbau insbesondere in der Sekundäraluminium-Produktion ist notwendig, um zukünftige Engpässe in der Marktversorgung ab Ende der Dekade zu verhindern. Bis Ende des zweiten Quartals 2016 erwartet die IKB eine Preisbewegung für Primäraluminium um rund 1.600 US-$ je t in einem Band von +200 US-$ je t. Gegen Quartalsende sollte der Preis dann schon deutlich näher an 1.700 US-$ je t liegen. Die Notierung der Aluminium Alloy (Recyclingaluminium) dürften sich um den gleichen Wert bewegen.

Quelle:  IKB Deutsche Industriebank