Trockene Granulation von HO-Schlacke mit Wärmerückgewinnung ausgezeichnet

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Energy Globe-Verleihung 2014 (Foto: Montanuniversität Leoben)

Leoben, Österreich — In fünf Rubriken wurden jüngst in Graz die Energy Globe Styria Awards 2014 überreicht. In der Rubrik Forschung ging die Auszeichnung dabei an die Montanuniversität Leoben, deren Lehrstuhl für Thermoprozesstechnik unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr.techn. Harald Raupenstrauch für ihren Prototyp zur trockenen Granulation von Hochofenschlacke mit Wärmerückgewinnung den Preis erhielt. In Zukunft können mit dieser Entwicklung große Mengen von Hochtemperaturabwärme in Stahlwerken genutzt werden, welche bisher verloren gingen.

„Bei einer weltweiten Produktion von ca. 1.100 Millionen Tonnen Roheisen werden als Nebenprodukt rund 300 Millionen Tonnen Schlacke produziert“, erklärt Raupenstrauch. „Stand der Technik sind sogenannte nasse Granulationsverfahren, bei denen die Schlacke mit einer großen Menge an Wasser rasch abgekühlt wird. Dadurch entsteht Hüttensand, ein glasiges Produkt, das in der Zementindustrie verwendet wird. Leider geht durch die nasse Granulation die in der Schlacke gebundene Wärme verloren. Zusätzlich muss der Hüttensand zur weiteren Verwendung nachgetrocknet werden.“

Am Lehrstuhl für Thermoprozesstechnik der Montanuniversität wurden nun ein trockener Granulationsprozess weiterentwickelt, der die Schlacke mit Hilfe von Luft kühlt, und eine Anlage geplant, gebaut und betrieben. Projektpartner waren dabei Siemens VAI, voestalpine Stahl GmbH, ThyssenKrupp Steel Europe AG und FEhS – Institut für Baustoffforschung e.V. Zusätzlich wurde das Projekt vom Deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert. „Bei gleicher Produktqualität kann einerseits die heiße Abluft sinnvoll zur Wärmerückgewinnung genutzt und andererseits der Arbeitsschritt der Nachtrocknung eingespart werden“, betont Raupenstrauch.

Qelle: Montanuniversität Leoben