Umweltverordnung ändert Bauabläufe – erste Erfahrungen werden vorgelegt

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Foto: O. Kürth

Wien — Der Österreichische Baustoff-Recycling Verband (BRV) zieht erste Bilanz: Nach rund 100 Tagen Erfahrungen, die zum Zeitpunkt der Tagung „Recycling-Baustoffverordnung in der Praxis“  am 6. April 2016 vorliegen werden, präsentieren hochrangige Vertreter der Behörden, der Auftraggeber und der Bauwirtschaft, wie sich die neue Verordnung zum Abfallwirtschaftsgesetz im Baualltag auf Abbrüche, Recycling-Baustoffproduktion und Einsatz auswirkt. Das Ziel der Verordnung ist die Hebung der Umweltqualität der Baustoffe aus der Kreislaufwirtschaft, die eine komplett neue Vorgangsweise beim Abbruch von Bauvorhaben – vom Einfamilienhaus bis zum Großbauvorhaben – erfordert. Jeder Bauherr ist betroffen; eine Vielzahl von Hilfestellungen zur Umsetzung der Verordnung wird vom Österreichischen Baustoff-Recycling Verband daher angeboten.


Der neue Abbruch heißt Rückbau
Seit 1. Jänner hat ein Abbruch als Rückbau zu erfolgen. Sollten mehr als 100 Tonnen Baurestmassen anfallen (das entspricht etwa der Menge des Abbruches einer Doppelgarage) ist vom Bauherrn eine Schadstofferkundung zu beauftragen – kostengünstig ist dies mittels einer Rückbaukundigen Person möglich. Durch jahrelange Vorarbeit des BRV stehen zeitgerecht hunderte Rückbaukundige Personen österreichweit zur Verfügung, ein Verzeichnis dieser Personen kann kostenfrei auf der Homepage des Verbandes (www.brv.at) abgerufen werden. „Der Rückbau stellt europaweit ein einzigartiges System zur Gewinnung sortenreiner Baurestmassen zur Verfügung. Schadstoffe werden schon vor Ort ausgeschleust und können daher nicht mehr in die Recycling-Baustoffe gelangen. Wir bemühen uns, Bauherrn über Ihre Verpflichtungen zu informieren, nicht nur beim Abbruch, sondern auch beim erleichterten Einsatz von Recycling-Baustoffen.

Neben den neuen Rückbauvorschriften wurden auch neue Regelungen für die Erzeugung von Recycling-Baustoffe festgelegt. Auch diese werden von der Wirtschaft durchwegs ambivalent aufgenommen. „Der BRV steht zur Qualität und hat seit 26 Jahren das System der Güteauszeichnung gefördert und qualitätsorientierte Betriebe unterstützt. Die neuen Anforderungen sind jedoch sehr hoch und erfordern neben hohem Verwaltungsaufwand auch Mehrkosten“, so Car, Geschäftsführer des BRV.

Am 6. April wird das Thema im Rahmen einer bundesweiten Tagung in Wien, Hotel Vienna South, behandelt werden. Hochrangige Vertreter des BMLFUW, der Stadt Wien, der Länder, der Bauwirtschaft und der Recycling-Wirtschaft bringen ihre Erfahrungen bzw. Erwartungen vor.

Ziel ist es, nicht nur eine Vielzahl an Fachpersonen zu informieren (300 Personen werden erwartet), sondern auch Lösungsansätze für anstehende Probleme anzudiskutieren.
„Wir erwarten uns, dass aus der Vielzahl neuer Anforderungen an den Bauherrn, die Kommunen und die Wirtschaft in der Praxis schon erste Erfahrungen resultieren. Diese könnten in eine entsprechende Novellierung der Verordnung einfließen, um deren möglichst reibungslose Umsetzung in der Zukunft sicherzustellen“, so der Vertreter des BRV.

Details zum Programm der Tagung können der Homepage des BRV, www.brv.at, entnommen werden.

Quelle: Österreichischer Baustoff-Recycling Verband (BRV)