correctiv.org: Über 100 illegale Deponien in Brandenburg entdeckt

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Wilde Kippe (Foto: © Peter von Bechen / http://www.pixelio.de)

Essen – Nachforschungen des gemeinnützigen Recherchezentrums correctiv.org haben ergeben, dass seit der Wende Müllhändler enormen Schaden in Brandenburg angerichtet haben: Sie sollen zum Teil giftige Materialien in die Landschaft gekippt und sich mit den Gewinnen auf und davon gemacht haben. Die Behörden seien – wie an Beispielen gezeigt  wird – machtlos, korrupt oder unfähig. Eine Sanierung würde mindestens 320 Millionen Euro kosten.

Seit Jahren türmt sich nach Darstellung von correctiv.org in Brandenburg der Abfall. Das Land habe neben seinen 10.500 Baudenkmälern, 3.000 Seen und 500 Schlössern auch über 100 illegale Abfalldepots, in denen mindestens drei Millionen Tonnen Dreck vor sich hin rotten. Das sei mehr, als die Einwohner der vier größten deutschen Städte zusammen in einem Jahr in ihre Mülleimer werfen.

In einer Datenbank haben die Journalisten von correctiv.org jene Orte erfasst, in denen seit der Wende illegal Müll verklappt wurde. Die Mengen reichen von 60 Tonnen in der Kleinstadt Rathenow bis hin zu mehr als 400.000 Tonnen auf einer Deponie in Bernau bei Berlin. Die Kosten für eine Komplettentsorgung aller in dieser Datenbank erfassten Lager sollen sich auf mindestens 320 Millionen Euro summieren.

Eine interaktive Karte unter correctiv.org zeigt, wie viele Tonnen Abfall sich an der jeweiligen Stelle befinden und was die Sanierung dieser Deponie kosten würde.

Quelle: Correctiv – Recherchen für die Gesellschaft gemeinnützige GmbH