VDMA: Neuauflage des Ressourceneffizienz-Programms bringt mehr Licht als Schatten

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Windkraftanlagen (Foto: Kroll/Recyclingportal.eu)

Frankfurt — Natürliche Ressourcen besser nutzen und dabei die Umweltbelastung senken – das sind einige der Ziele, die die Bundesregierung mit ihrem Ressourceneffizienzprogramm verfolgt. Das Bundeskabinett hat gestern die Fortschreibung dieses Programms (ProgRess II) beschlossen. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau begrüßt diesen Schritt, weil die Bundesregierung viele VDMA-Ideen aufgenommen habe. „Vor allem die engere Verknüpfung von Energie- und Materialeffizienz findet sich in ProgRess II wieder“, betont Naemi Denz, VDMA-Abteilungsleiterin Technik und Umwelt. Sie bemängelt allerdings, dass eine deutliche Trennung zwischen Investitions- und Konsumgütern nach wie vor fehlt.

Deutlich gestärkt werden im neuen Ressourceneffizienzprogramm marktbasierte Ansätze wie Beratungs- und Informationsangebote oder auch das Instrument der Normung, lobt Denz. „Die Bundesregierung streicht den Indikator zur absoluten Einsparung auf Rohstoffseite. Damit kommt sie einer Hauptforderung des VDMA nach“, fügt die VDMA-Expertin hinzu. „Rohstoffe werden bereits effizient für die Herstellung sicherer, hochqualitativer und langlebiger Komponenten und Maschinen eingesetzt, Abstriche in Lebensdauer oder Funktionalität wirken einer Steigerung der Ressourceneffizienz in der Nutzungsphase entgegen.“

Wichtig ist nach Ansicht des VDMA auch, dass die Bundesregierung sich vorgenommen hat, bestehende Zielkonflikte, die einer Erhöhung der Recyclingfähigkeit entgegenstehen, besser zu berücksichtigen. „Vielversprechend für den international aufgestellten Maschinen- und Anlagenbau ist auch die avisierte engere Verzahnung mit der europäischen und internationalen Ressourceneffizienzpolitik“, ergänzt Denz.

Ebenfalls positiv bewertet der VDMA die Absicht, den heute schon bestehenden EU Sevilla-Prozess, an dessen Ende der Stand der Technik für einige Produktionsverfahren festgelegt wird, zu optimieren. „Zustimmung findet darüber hinaus die Integration der Ökodesign-Richtlinie in ProgRess II. Der VDMA setzt sich seit langem für Ökodesign als Leitinstrument für Ressourceneffizienz ein.“

Ärgerlich ist aus Sicht der Investitionsgüterindustrie die deutliche Bevorzugung des Umweltmanagementsystems EMAS gegenüber anderen inhaltlich gleichwertigen Systemen wie ISO 14001. „Darüber hinaus fehlt vor allem im Kapitel ‚Ressourceneffiziente Produkte und Konsum‘ eine deutliche Trennung zwischen Investitions- und Konsumgütern. Hier hat die Bundesregierung aus den Erfahrungen mit ProgRess I offenbar nicht dazu gelernt“, schließt Denz ihre Bewertung ab.

Quelle: VDMA Technik und Umwelt