Hohe Input-Qualitäten: Kunststoffrecycling behauptet sich trotz niedrigem Ölpreis

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Quelle: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

Bonn — Auch angesichts niedriger Recyclatpreise stimmt der bvse-Fachverband Kunststoffrecycling nicht in die Kassandrarufe anderer Verbände ein. „Glücklich ist zwar niemand über den niedrigen Ölpreis, aber die Nachfrage nach guten Kunststoffqualitäten bleibt nach wie vor stabil. Das ist ein gutes Zeichen“, erklärt Dr. Dirk Textor, Vorsitzender des Fachverbandes Kunststoffrecycling im bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung.

Der bvse-Fachverband Kunststoffrecycling erkennt sogar einen positiven Effekt an der gegenwärtigen Situation: „Der niedrige Ölpreis hilft all denen, die auf gute Qualitäten setzen.“ Inzwischen besteht nämlich ein gutes Angebot an Kunststoffabfällen, berichten die Kunststoffexperten.

Während in den letzten Jahren die Kunststoffrecycler über mangelnde Inputmengen in Deutschland klagten, gibt es jetzt ausreichende Verarbeitungsmengen. Die Zeiten der eingeschränkten Verfügbarkeit von guten Standardkunststoffen sind vorerst vorbei. Die bisherigen Mechanismen zur Absteuerung guter Sortierware funktionieren nicht mehr. Marktteilnehmer haben teilweise Kunststoffabfälle in die Lager gefahren – mit der Hoffnung auf Marktänderungen, doch diese Hoffnung scheint trügerisch zu sein. Die Steigerung an Verarbeitungsmengen in Deutschland ist auch darauf zurückzuführen, dass der Mengenabfluss nach Fernost stockt. Auf Grund des großen Angebots an Kunststoffabfällen in Europa fallen auch für diese die Preise.

Viele der angebotenen Sortierqualitäten haben sich in den letzten drei Monaten noch weiter verschlechtert. Die jetzt verfügbaren, deutlich größeren Angebotsmengen können den Qualitätsmangel bislang kaum kompensieren. Allerdings können Kunststoffrecycler jetzt vermehrt mangelhafte Ware zurückweisen und auf qualitativ guten Input zurückgreifen. Immer noch zeigt der deutsche Verarbeitungsinput deutliche Mängel gegenüber der Ware, die aus benachbarten Ländern eingeführt werden kann.

„Kunststoffrecycler sind nicht mehr bereit, Kompromisse bei der Qualität einzugehen. Jetzt zählen nur noch beste Qualitäten, die dann und nur dann ihre Abnehmer finden“, betont bvse-Fachverbandsvorsitzender Dr. Dirk Textor.

Quelle: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.