Buchhandel: Auch Versand- und Online-Handel bei Plastikmüll in Pflicht nehmen

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Quelle: Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.

Frankfurt am Main — Der stationäre Buchhandel will künftig Plastiktüten nicht mehr kostenfrei abgeben. Damit unterstützt er die Aktion zur freiwilligen Selbstverpflichtung des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Die großen Buchhändler werden die HDE-Vorgaben nach und nach umsetzen. Ziel der Aktion: Bis 2018 sollen 80 Prozent aller Plastiktüten im Einzelhandel an die Kunden nur noch kostenpflichtig weitergegeben werden.„Der Börsenverein begrüßt die Initiative des HDE, denn eine Selbstverpflichtung lässt den einzelnen Händlern ausreichend Spielraum, sich in dieser Frage verantwortungsbewusst zu positionieren. Schon heute handelt der stationäre Buchhandel dabei vielerorts vorbildhaft. Viele Händler bieten Mehrwegtaschen aus Stoff oder Recyclingmaterial als Alternativen zur Kunststofftragetasche an“, sagt Kyra Dreher, Geschäftsführerin des Sortimenter-Ausschusses im Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

Kritisch sieht der Börsenverein, dass sich sowohl die Vorgabe der Europäischen Union als auch die des Bundesumweltministeriums auf die bloße Vermeidung von Plastiktüten beschränken. „Es darf nicht nur der Einzelhandel in die Pflicht genommen werden, das erzeugt eine Schieflage. Der Versand- und Online-Handel bringt große Massen Verpackungsmüll aus Kunststoff in Umlauf. Will man Plastikmüll reduzieren, sollte auch das zum Thema werden“, forderte Kyra Dreher.

Hintergrund der HDE-Initiative ist eine Richtlinie der Europäischen Union, nach der im Jahr 2025 jeder EU-Bürger jährlich im Schnitt nur noch maximal 40 Plastiktüten verbrauchen soll.

Quelle: Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.