IFAT 2016 präsentiert neue Ideen zur Klärschlamm-Behandlung

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Wasseraufbereitung (Foto: Messe München)

München — Ab 2017 dürfen – mit Blick auf die landwirtschaftliche Verwertung – in Deutschland in der Klärschlammbehandlung nur noch Polymere eingesetzt werden, bei denen der Schlamm und die einzelnen Bestandteile innerhalb von zwei Jahren um mindestens 20 Prozent abgebaut werden können. Nach Informationen der Flottweg SE aus Vilsbiburg erfüllen synthetische polymere Flockungsmittel diese Anforderungen aktuell nicht. Eine Alternative können Polymere auf Stärkebasis sein.

Wie das auf Fest-Flüssig-Trennung spezialisierte Maschinenbauunternehmen  Flottweg SE aus Vilsbiburg auf der IFAT kommunizieren will, erzielt sein OSE Dekanter auch mit Stärkepolymer sehr gute Ergebnisse bei der Schlamm-Eindickung. Im Dekanter wird der Überschussschlamm mittels Zentrifugalkraft auf eine definierte, regelbare Konzentration eingedickt. Das stärkebasierte Flockungsmittel ist laut Flottweg nur zum „Nachpolieren“ des Zentrates erforderlich, um einen Abscheidegrad über 95 Prozent zu erzielen. Pro Tonne Trockensubstanz ist in der Regel weniger als ein Kilogramm Polymer erforderlich.

An einem zeitgemäßen Umgang mit Klärschlamm – und anderen Biomasseresten – arbeitet auch die Pyreg GmbH aus Dörth. Auf der IFAT will das Unternehmen die erfolgreiche Inbetriebnahme seiner ersten diesbezüglichen Referenzanlage feiern: Seit September 2015 verwertet ein Pyreg-Modul getrockneten Klärschlamm im Dauerbetrieb auf der Kläranlage Linz-Unkel vollständig zu Phosphat-Dünger. Die einzelnen Verfahrensschritte – Kompaktfaulung, Trocknung und die thermische Behandlung im Pyreg-Verfahren – sind dabei nach Firmenangaben so intelligent miteinander vernetzt, dass die jeweils entstehende Abwärme auf vielfältige Art wieder genutzt wird. Pro Jahr sollen sich so gut 200.000 Euro an Energie- und Betriebskosten einsparen lassen.

Quelle: Messe München GmbhH