Frankreich intensiviert die Behandlung von Klärschlämmen als Rohstoff

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Kläranlage (Foto: ©Dieter Schütz /http://www.pixelio.de)

Paris, Frankreich — Vom kleinen Reinigungsbecken bis zur Großkläranlage gibt es in Frankreich nach Angaben des Umweltministeriums insgesamt 19.688 Einrichtungen zur Abwasseraufbereitung. Abgesehen von sporadischem Erneuerungsbedarf sind es vor allem veränderte Anforderungen an die Gewässergüte oder den Energieverbrauch, die Anpassungen und Investitionen im Bestand erfordern. Immer stärker werden dabei Restabfälle wie Klärschlamm als Ressource wahrgenommen.

Aktuell gewinnen vor allem Technologien mehr Aufmerksamkeit, mit deren Hilfe die Effizienz der Anlagen erhöht werden kann. Im Mittelpunkt steht dabei der Klärschlamm als Rohstoff und Energieträger. Bislang wird in Frankreich etwa die Hälfte des Klärschlamms (in t) in der Landwirtschaft auf Feldern ausgebracht, 30 Prozent davon nach vorheriger Kompostierung zusammen mit pflanzlichen Materialien. Unter den Möglichkeiten energetischer Nutzung dominiert bisher die Verbrennung, zum Teil mit Kogeneration von Wärme und Strom.

Mit verschiedenen mechanischen und thermischen Verfahren lassen sich höhere Trockenheitsgrade erreichen. Allerdings sind insbesondere thermische Trocknungsverfahren energieaufwändig, so dass der Nutzen genau abgewogen werden muss. Suez Environnement hat hierzu ein kombiniertes Verfahren entwickelt, das einen Trocknungsgrad von 65 Prozent mit nur etwa einem Viertel des Energieeinsatzes eines thermischen Verfahrens erreichen soll. Für kleinere Anlagen bieten sich einfachere Techniken wie die Trocknung unter Sonnendächern an, an deren Optimierung der Umweltkonzern Saur arbeitet.

Weitere Informationen sind unter gtai.de erhältlich.

Quelle: Germany Trade & Invest