VDM: Grenzkontrollen führen zu höheren Belastungen des Metallhandels

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Quelle: Verband Deutscher Metallhändler (VDM)

Berlin — Die verstärkten innereuropäischen Grenzkontrollen sowie die sichtbare Bereitschaft, den grenzenlosen Schengen-Raum in Frage zu stellen, belasten den Metallhandel. Die Befürchtungen der Metallbranche bestärken erste konkrete Zahlen zur wirtschaftlichen Belastung durch Grenzkontrollen, die der Verband Deutscher Metallhändler e.V. (VDM) ermittelte.

Unternehmen, die im deutsch-österreichischen Grenzbereich arbeiten, rechnen bei etwa acht grenzüberschreitenden Transporten pro Tag mit einer Mehrbelastung von 440.000 Euro jährlich. Auch werde sich die Auslastung der LKWs durch die Grenzkontrollen um bis zu 50 Prozent verringern.

Im Bereich der Metallwirtschaft tätige Logistikunternehmen weisen darauf hin, dass sich die Wartezeiten zwischen Frankreich und Großbritannien – pro Grenzübertritt – um bis zu acht Stunden verlängern und zwischen Deutschland und Österreich um bis zu drei Stunden. Die in den letzten Tagen vollzogenen Grenzschließungen in Osteuropa werden sich wohl noch negativer auswirken. „Hinzu kommt, dass zahlreiche Transporte überhaupt nicht mehr durchgeführt werden können, da Fahrzeuge und Fahrer wegen der Wartezeiten nicht zur Verfügung stehen. Die Fahrer, die man zusätzlich benötigen würde, gibt es aufgrund der dünnen Personaldecke vieler Unternehmen gar nicht“, unterstrich VDM-Hauptgeschäftsführer Ralf Schmitz.

VDM-Präsident Thomas Reuther appelliert an die politischen Entscheidungsträger, alles daran zu setzen, um möglichst rasch wieder zu den bewährten offenen Grenzen zurückzukehren. „Mit geschlossenen Grenzen lösen wir kein Flüchtlingsproblem, aber wir fügen unserer Volkswirtschaft ohne Not großen Schaden zu“, betonte der Verbandspräsident.

Quelle: Verband Deutscher Metallhändler e.V. (VDM)