Zwei Drittel der Schweizer Bioabfall-Anlagen sind Kompostierungsbetriebe

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Biogas-Anlage (Foto: Kroll / Recyclingportal.eu)

Bern, Schweiz – In der Schweiz und in Liechtenstein existiert flächendeckend ein leistungsfähiger Wirtschaftszweig zur Behandlung und Verwertung von biogenen Abfällen. Die Verwertung biogener Abfälle entwickelte sich von kleinen dezentralen Systemen zu verhältnismässig grossen Einheiten und ist regional unterschiedlich schnell vorangekommen. Die Anzahl der Kompostier- und Vergärungsanlagen in der Schweiz, in denen jährlich mindestens 100 Tonnen biogene Abfälle verwertet werden, beläuft sich auf 368 Betriebe.

Zu diesem und weiteren Ergebnissen kommt eine Studie zu Kompostier- und Vergärungsanlagen, die das Schweizerische Bundesamt für Umwelt BAFU jetzt vorgestellt hat. Dabei wurde deutlich, dass die Gesamtzahl der Kompostier- und Vergärungsanlagen in der Schweiz und in Liechtenstein seit 1979 kontinuierlich zunimmt. In der Branche dominieren zahlenmässig die Kompostierungsbetriebe (70 Prozent), gefolgt von den landwirtschaftlichen Co-Vergärungsanlagen (20 Prozent) und den industriell-gewerblichen Vergärungsanlagen (7 Prozent). Die Sammel- und Umschlagplätze stellen weniger als 3 Prozent aller Kompostier- und Vergärungsanlagen dar.

Wie die Studie herausfand, werden in der Schweiz und in Liechtenstein durchschnittlich mehr als 154 kg biogene Abfälle je Einwohner verwertet, was einer jährlichen Gesamtmenge von etwa 1,26 Millionen Tonnen entspricht. 55 Prozent der biogenen Abfälle werden in 39 Anlagen mit einer Kapazität von über 10.000 Tonnen Abfall pro Jahr verwertet. Weitere rund 38 Prozent werden in 162 Kompostier- und Vergärungsanlagen mit einer Kapazität von 1.000 bis 10.000 Tonnen Abfall pro Jahr verarbeitet. Die restlichen 167 Kompostier- und Vergärungsanlagen haben eine Kapazität von weniger als 1.000 Tonnen Abfall pro Jahr und verarbeiten 6,5 Prozent des Abfallaufkommens.

Zwar – so schließt die Studie – habe Gesamtaufkommen an biogenen Abfällen in der Schweiz ein höheres Potenzial als die Menge, die gegenwärtig in den Kompostier- und Vergärungsanlagen verwertet wird. Im Vergleich zum Aufkommen zeige sich aber, dass ein grosser Teil der biogenen Abfälle noch nicht optimal genutzt werde und bei der getrennten Bio- und Grünabfallsammlung noch beachtliches Optimierungspotenzial bestehe. Mit einer Optimierung der Nutzung könnten allerdings Nährstoffe, Bodenverbesserer und erneuerbare Energie gewonnen und so die Umweltbelastungen, wie Eintrag von Schadstoffen oder Fremdstoffen durch Dünger, oder Einsatz von fossilen Energieträgern reduziert werden.

Die vollständige Studie kann unter bafu.admin.ch heruntergeladen werden.

Quelle: Schweizerische Bundesamt für Umwelt BAFU