Holzpellet-Produzent German Pellets hat Insolvenzantrag gestellt

709
Foto: DEPI

Siegburg — German Pellets, nach eigener Darstellung einer der führenden Produzenten von Holzpellets in Europa, hat gestern beim Amtsgericht Schwerin einen Insolvenzantrag gestellt. Die Kanzlei Göddecke Rechtsanwälte warnt nach dem Insolvenzantrag von German Pellets vor einer Insolvenz in Eigenverwaltung. Diese sei für die Anleger, die dem Unternehmen aus Wismar 226 Millionen Euro geliehen haben, die schlechteste Lösung.

„Eine Eigeninsolvenz läuft bei German Pellets nur auf eine weitere Täuschung der Anleger hinaus“, warnt Rechtsanwalt Marc Gericke von der Kanzlei Göddecke Rechtsanwälte und fordert statt dessen ein geregeltes Insolvenzverfahren. „Das ist in der jetzigen Situation der beste Weg und wohl auch der einzig noch verbliebene Schutz der Anleger vor einem weiteren Budenzauber bei German Pellets.“ Die Kanzlei Göddecke Rechtsanwälte berät Anleihegläubiger des notleidenden Unternehmens.

Eine Eigenverwaltung setzt regelmäßig voraus, dass man bei der Beurteilung der Unternehmensführung zu einem positiven Ergebnis kommt. „Das ist bei German Pellets nach unserer Auffassung nicht der Fall“, sagt Rechtsanwalt Marc Gericke. Gegen eine Eigenverwaltung würden nach Ansicht der Kanzlei Göddecke Rechtsanwälte gleich mehrere Gründe sprechen.

Nicht nur habe das Management in den letzten Monaten „alles getan, um das Vertrauen der Anleihegläubiger restlos zu verspielen“, so Gericke. Hinzu komme, dass die Probleme von German Pellets nicht nur in einem vorübergehenden Liquiditätsengpass bestünden,, sondern vermutlich tiefgreifender seien. Dafür sprechen mehrere Indizien: Zum einen habe sich German Pellets am Kapitalmarkt extrem verschuldet. Mit der Expansion in den USA habe sich das Unternehmen überhoben. In Deutschland stünden mittlerweile die Werke still. Außerdem habe German Pellets offenbar umfassende Garantien gegenüber den beiden Werken in den USA und gegenüber einzelnen Großabnehmern der Pellets wie z.B. den Stromerzeuger Drax Power Limited übernommen. Und schließlich habe German Pellets die Expansion in den USA finanziert, indem es Geld an Zwischengesellschaften verliehen habe, die diese Darlehen wiederum als Eigenkapitaleinlage für die US-Werke genutzt hätten.

Quelle: Kanzlei Göddecke Rechtsanwälte