Recyclingmaterial: VDI ZRE für mehr Akzeptanz bei öff. Entscheidungsträgern

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Titelblatt der Studie (Quelle: VDI ZRE)

Berlin — Potenziale, die im Tiefbau durch eine Steigerung der Ressourceneffizienz per Recycling erschlossen werden könnten, hat eine Studie des VDI Zentrums Ressourceneffizienz (VDI ZRE) untersucht. Die Analysen konzentrierten sich auf den Straßen- und den Schienenbau. Der Straßenbau stellt jedoch über alle betrachteten Infrastrukturen des Tiefbaus den dominierenden Teilsektor dar. Dies gilt für die Menge der jährlich verwendeten Baustoffe wie für die daraus resultierenden Umweltauswirkungen. Alleine die jährliche Instandhaltung (Erneuerung) bestehender Straßen, Brücken und Tunnel ist mit dem Ausstoß von knapp vier Millionen Tonnen Treibhausgasen verbunden. 

Zwar werden, wie die Studie ausweist, Asphalt und Baukies aus dem Straßenbau bereits heute recycelt wie auch Gleisschotter, der beim Bau von Schieneninfrastruktur verwendet wird. Die Studie zeigt dennoch, dass sich durch eine konsequente Erfassung und Wiederverwendung der eingesetzten Baustoffe weitere Minderungspotenziale bis 2030 erschließen lassen. Bezogen auf die Teilsektoren Straße und Schiene kann durch eine vollständige Umsetzung der unterstellten und heute technisch möglichen Maßnahmen eine Reduktion der Treibhausgas-Emissionen um rund 11 Prozent erreicht werden. Der kumulierte Rohstoffaufwand kann um 24 Prozent und der kumulierte Energieaufwand um 35 Prozent reduziert werden. Dies bezieht sich nur auf die eingesetzten Materialien und die Vorketten der Herstellung. Für alle Betrachtungsebenen kommt dem Erneuerungsaufwand im Vergleich Neu- und Ausbau eine deutlich wichtigere Rolle zu.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass viele Recyclingmaßnahmen bereits heute ergriffen werden und dabei auf das existierende Lager von ursprünglich aus Primärmaterial hergestellten Infrastrukturen zurückgegriffen wird. Gleichzeitig bedeutet diese Feststellung, dass leicht erschließbare Effizienzpotenziale schon realisiert wurden oder aktuell noch werden. Daher ergibt sich die Forderung, das bestehende Recyclingniveau zu halten. Gleichzeitig gilt es, das Recyclingniveau zu steigern und verbleibende Effizienzpotenziale zu erschließen.

Mit einem fortschreitenden Recyclingniveau entstehen allerdings auch ökonomische und ökologische Zielkonflikte. Weiterhin muss eine Steigerung des Recyclingniveaus durch eine Änderung und Weiterentwicklung der technischen Regelwerke begleitet werden. Die Öffentliche Hand ist auf den verschiedenen Ebenen Hauptnachfrager von Verkehrsinfrastruktur und damit gleichzeitig maßgeblicher Hauptakteur. Aus diesem Grund sollte die Akzeptanz von Recyclingmaterial bei den Entscheidungsträgern in den Straßenbauämtern erhöht werden.

Die Studie „Ressourceneffizienzpotenziale im Tiefbau. Materialaufwendungen und technische Lösungen“ kann unter ressource-deutschland.de heruntergeladen werden.

Quelle: VDI Zentrum Ressourceneffizienz (VDI ZRE)