Ein Allrounder: Mini-Green Power präsentiert Biogasanlage auch für kleine Gemeinden

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Funktionsschema der Biogasanlage (Quelle: Mini-Green Power)

Berlin – Das Start-up Mini-Green Power aus Hyères (Provence-Alpes-Côte-d’Azur) hat eine neuartige Biogasanlage entwickelt, die sich für kleine und ländliche Gemeinden eignet. Das Konzept ist ein Alleskönner, der eine Vielzahl von unterschiedlichen Substraten verwerten kann: Abfälle aus der Agrarindustrie (z.B. Schalen und Kerne), Holz, Stroh, Bioabfälle aus Haushalten etc. Grundsätzlich kann die Anlage alle Arten von Biomasse verwerten, solange sie einen Feuchtigkeitsgrad von unter 60 Prozent aufweisen, meldet das Wissenschaftsportal der Französischen Botschaft in Deutschland.

Die Anlage ist in drei Module untergliedert: in einen Biomasse-Speicher mit einer Trocknungsfunktion, um die Feuchtigkeit der Anlage anzupassen (der Biomasseverbrauch pro Jahr beträgt zwischen 2.000 und 2.500 Tonnen), einen Vergaser, mit dem die Biomasse in Synthesegas umgewandelt wird, und einen Kessel, in dem das aufbereitete Gas unmittelbar danach verfeuert wird. Für den Einsatz der Anlage gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder wird die erzeugte Wärme direkt zu einer Turbine mit einer Kraft-Wärme-Kopplung geleitet, oder die Wärme wird für die Beheizung von Gebäuden und für die Trocknung von Holz oder Klärschlämmen genutzt.

Die Leistung der ersten Option beträgt 36 kW elektrisch und 120 kW thermisch. Bei der zweiten Option können mit der Anlage ungefähr 12.000 Kubikmeter Gebäude beheizt (ca. 50 Wohnungen von 100 Quadratmeter) oder zwischen 600 und 1.000 kg Biomasse pro Stunde getrocknet werden. Das Gewicht der getrockneten Klärschlämme wird auf ein Drittel reduziert und kann somit einfacher transportiert werden. Beim Holz wird das Gewicht ebenfalls reduziert, wobei der Brennwert, und somit der Handelswert, verdoppelt wird. Insgesamt wurden drei Patente für das grüne Mini-Kraftwerk eingereicht.

Das Konzept von Mini-Green Power wurde gemeinsam mit der französischen Behörde für Atomenergie und alternative Energien (CEA) entwickelt. Das Unternehmen erhielt bei der Gründung (2014) Unterstützung durch das Start-up Inkubator Incubateur Paca-Est (IPE) und einen rückzahlbaren Vorschuss von 400.000 € von der öffentlichen Investitionsbank BPIfrance.

Quelle: Abteilung für Wissenschaft und Technologie – Französische Botschaft in Berlin