DGAW: Die offizielle Statistik zum Siedlungsabfall-Recycling ist “Quotenzauber“

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Quelle: Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft e.V.

Berlin — Bereits 2012 hatte der Präsident der DGAW darauf verwiesen, dass nicht über 60 Prozent, wie die offizielle Statistik erklärt, sondern unter 40 Prozent der Siedlungsabfälle tatsächlich recycelt und als Sekundärwertstoff der Produktion wieder zugeführt werden. Zusammen mit den Vizepräsidenten Dr. Gosten und Prof. Dr. Klett hat sich nun Thomas Obermeier der veröffentlichten Zahlen von 2013 angenommen. Zusätzlich setzte er im Dezember 2015 von der EU Kommission vorgeschlagenen Berechnungsgrundlagen für das Recycling im Rahmen des Kreislaufwirtschaftspaketes an.

Das Ergebnis ist desillusionierend. Auch im Jahr 2013 werden tatsächlich nur 38 Prozent und nicht – wie die Statistik glauben machen will – 64 Prozent recycelt. Nach der neuen EU-Berechnungsmethode beläuft sich die Quote auf rund 40 Prozent bis 50 Prozent, je nachdem, wie biologische Verwertungsverfahren bewertet werden. Daher ist auch Deutschland – nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Abfallwirtschaft e.V. – von den 60 Prozent für 2025 und 65 Prozent für 2030 gemäß Vorschlag der EU im neuen Kreislaufwirtschaftspaket noch meilenweit entfernt.

Allerdings begrüßt DGAW die Einführung europaweit gültiger Recyclingquoten und die Einführung der Output-bezogenen Berechnung sowie die Einbeziehung des Metallrecyclings aus der energetischen Verwertung. Nur für getrennt erfasste Abfallfraktionen würden auch hohe Anteile im Output der Behandlungsanlagen für die stoffliche Verwertung (z.B. Altglas 90 Prozent) erreicht. Eine Ausweitung der getrennten Erfassung von Wertstoffen, wie bereits über die flächendeckende Einführung der Biotonne und der Wertstofftonne begonnen, werde zur Erreichung der Ziele notwendig, sei jedoch nur dann sinnvoll, wenn in den nachgeschalteten mechanischen oder mechanisch biologischen Verfahren mehr als 60 Prozent der Materialien als Sekundärrohstoff für den Wirtschaftskreislauf gewonnen werden könnten.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft e.V. (DGAW)