EU-Parlament arbeitet an Zeitplan für Kreislaufwirtschafts-Paket

617
EU Kommission (Foto: © Schmuttel / http://www.pixelio.de)

Berlin — 2016 stehen in Sachen Nachhaltigkeit wichtige Entscheidungen in Brüssel an, darunter die Direktive für eine neue Kreislaufwirtschaft. Die niederländische Ratspräsidentschaft hat vieles auf der Agenda stehen. Somit könnte noch in diesem Jahr könnte die EU ihr wichtiges Vorhaben zur Kreislaufwirtschaft beschließen: Die grundsätzliche Idee ist, der Wegwerfgesellschaft langfristig ein Ende zu bereiten, Rohstoffe während des gesamten Lebenszyklus eines Produktes optimal zu verwenden und am Ende wiederzuverwerten.

Es gehe um einen „grundsätzlichen Wandel in der Art, wie unsere Wirtschaft funktioniert“, sagte der Vizepräsident der EU-Kommission, Frans Timmermans, als seine Behörde die Pläne im Dezember 2015 präsentierte – der zweite Versuch, nachdem die Kommission einen ersten Vorschlag zur Kreislaufwirtschaft im Dezember 2014 zurückgezogen hatte.

Nun soll das Paket am 4. März auf dem ersten Treffen der EU-Umweltminister 2016 besprochen werden. Das EU-Parlament erarbeitet gerade seinen Zeitplan, wann es sich dieses Jahr damit beschäftigen wird. Konkret soll die Lebensmittelverschwendung bis 2030 halbiert werden, zudem sollen 65 Prozent der Siedlungsabfälle und 75 Prozent des Verpackungsmülls bis dahin recycelt werden.

Umweltverbände wie die Deutsche Umwelthilfe zeigten sich trotzdem enttäuscht, weil viele Ziele im Vergleich zu den Vorschlägen von 2014 abgeschwächt worden seien. Das European Environmental Bureau EEB hofft, dass die niederländische Ratspräsidentschaft ambitioniertere Ziele einfordert – etwa, dass ab 2020 keine Bioabfälle und heute recycelbare Materialien mehr einfach auf Mülldeponien gekippt werden.

Quelle: Rat für Nachhaltige Entwicklung