Die Konzeption zur Neuordnung der Grüngut-Entsorgung im Saarland steht

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EVS Geschäftsführer Georg Jungmann und Umweltminister Reinhold Jost (Foto: Saarland - Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz)

Saarbrücken — Eine ökologisch hochwertige, regionale Bioabfall- und Grüngutverwertung im Saarland – so lautet das abfallpolitische Ziel. Der Entsorgungsverband Saar (EVS) ist mit der Umsetzung des Plans betraut, denn spätestens 2020 soll die Verantwortung für die Grüngut-Verwertung von den Kommunen auf den Entsorgungsverband übergehen. Keine einfache Aufgabe, denn eine Vielzahl der in den 1990er Jahren errichteten Kompostierungsanlagen wird den aktuellen Anforderungen an eine ordnungsgemäße Behandlung nicht mehr gerecht: Kompostierung allein entspricht nicht mehr dem Stand der Technik.

„Wir brauchen Strukturen, die eine ökologisch hochwertige Verwertung zu vertretbaren Kosten ermöglichen. Mit den vielen kleinen kommunalen Kompostieranlagen ist das nicht mehr darstellbar. Notwendig sind größere Einheiten“, fasst Umweltminister Reinhold Jost zusammen. EVS Geschäftsführer Georg Jungmann überreichte dem Minister eine entsprechende Konzeption. Diese enthält neben einer Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen und einer Bestandsaufnahme vier verschiedene Umsetzungsvarianten. Alle vier Modelle beziehen die beiden bestehenden kommunalen Kompostierungsanlagen und kommunale Sammelstellen mit ein und sehen eine langfristige Kooperation mit dem Entsorgungsunternehmen Sydème in Lothringen vor. Die Varianten weisen nur geringe Kostenunterschiede auf.

„Wir können auf der Grundlage dieses Gutachtens schon jetzt sagen: Eine energetische und stoffliche Verwertung ist wirtschaftlich darstellbar. Und vorhandene Anlagen sowie grenzüberschreitende Kooperationen lassen sich integrieren. Die Gutachter sprechen sich zudem dafür aus, eine gemeinsame regionale Verwertung von Grüngut und Bioabfällen zu prüfen“, betont EVS-Geschäftsführer Jungmann. In einem nächsten Schritt werde man nun das Mengenszenario weiterentwickeln und die Zusammenarbeit mit den Kommunen im Detail planen.

Minister Jost befürwortet eine Variante, die eine Verwertung von Bioabfällen zusammen mit einem Teil des Grüngutes innerhalb des Saarlandes beschreibt: „Der EVS muss nun möglichst schnell eine Grundsatzentscheidung treffen, ob er für oder gegen eine kombinierte Verwertung im Saarland ist. Mit einer Entscheidung für die saarländische Lösung wären die Voraussetzungen für den Aufbau einer ökologisch sinnvollen Verwertung im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft geschaffen.“

Quelle: Saarland – Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz