HWWI-Rohstoffpreisindex: 2015 – für den Rohstoffsektor ein beispielloses Krisenjahr

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Hamburg – Das Jahr 2015 war mit seinen extremen Preisrückgängen ein beispielloses Krisenjahr für den Rohstoffsektor. Verglichen mit dem Jahresdurchschnitt von 2014 ist der HWWI-Rohstoffpreisindex in 2015 um insgesamt 41,5 Prozent (in Euro: -29,7 Prozent) eingebrochen. Das ist der stärkste Jahresverlust seit Beginn des HWWI-Rohstoffpreisindex im Jahr 1960.

Der HWWI-Rohstoffpreisindex beendet das Jahr 2015 analog zur bisherigen Jahresentwicklung. Im Dezember fiel der Gesamtindex um weitere 11,6 Prozent (in Euro: -12,7 Prozent) und unterbot so selbst die Notierungen während der Wirtschafts- und Finanzkrise der Jahre 2008/09. Der Index markierte damit seinen niedrigsten Stand seit Juli 2004. Auch die einzelnen Teilindizes verbuchten durchweg Tiefstände.

Ausschlaggebend für den Rückgang des Gesamtindex waren insbesondere die stark gefallenen Preise für Rohöl. Der Index für Energierohstoffe fiel dementsprechend um 15,0 Prozent (in Euro: -16,0 Prozent) im Vergleich zum Vormonat. Aber auch der Index ohne Energie musste Verluste von 1,1 Prozent (in Euro: -2,3 Prozent) hinnehmen. Gleichermaßen verringerte sich auch der Index für Industrierohstoffe und fiel im Dezember um insgesamt 1,4 Prozent (in Euro: -2,6 Prozent) auf seinen geringsten Stand seit über 6½ Jahren.

Die Preise für Industrierohstoffe fielen auch im Dezember, während der zugehörige HWWI-Index auf sein niedrigstes Niveau seit März 2009 sank. Maßgeblich für den Rückgang waren erneut Preisschwächen der NE-Metalle sowie von Eisenerz und Stahlschrott. Die Preise für agrarische Rohstoffe konnten hingegen mit +1,2 Prozent leicht zulegen. Die Gründe für die Flaute an den Metallmärkten sind dieselben wie in den Vormonaten: Ein großes Angebot trifft auf schwächer als erwartete Nachfrage.

Rohstoffproduzenten hatten in den hochpreisigen Jahren der letzten Dekade – und im Vertrauen auf starkes Wachstum des chinesischen Markts – viele neue Förderprojekte initiiert und Minen eröffnet. Nun, da die Wirtschaft der Volksrepublik verglichen mit den Vorjahren schwächelt, hat sich ein gewaltiger Angebotsüberhang gebildet, der schon seit einiger Zeit stark auf die Preise drückt. Der Eisenerzpreis fiel im Dezember um 14,7 Prozent auf unter 40 US-Dollar pro Tonne – ein Preisniveau, dass es seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr gegeben hat. Auch die Preise für wichtige Industriemetalle wie Kupfer, Nickel und Zink gaben mit -3,8 Prozent, -5,8 Prozent und -4,1 Prozent kräftig nach. Damit erreichten die Monatsdurchschnittspreise von Kupfer und Zink ihr geringstes Niveau seit Mai 2009, Nickel gar seit März 2003.

Der HWWI-Rohstoffpreisindex ist ein Produkt der HWWI Consult GmbH.

Quelle: Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut gemeinnützige GmbH (HWWI)