SPNÖ: Frankreich zum Vorbild nehmen – Wegwerfen von Lebensmitteln verbieten

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Lebensmittel-Regal (Foto: © Martin Fels /http://www.pixelio.de)

St. Pölten, Österreich — Ab Jahresbeginn 2016 ist es in Frankreich Gesetz: Supermärkte sind verpflichtet, nicht verkaufte, aber durchaus noch genießbare Lebensmittel zu spenden oder zu recyceln. Supermärkte müssen zukünftig Abkommen mit Hilfsorganisationen unterzeichnen, damit die Lebensmittel gespendet werden können. Die Entsorgung über die Mülltonne ist ab sofort ungesetzlich und wird mit Strafen geahndet. Das sollte Österreich sich zum Vorbild nehmen, meint Karin Renner, Niederösterreichs Konsumentenschutz-Referentin.

„Auch in Österreich landen jeden Monat tausende Tonnen noch genießbarer Lebensmittel im Müll. Österreich sollte sich dieses Gesetz zum Vorbild nehmen, wobei auch durchaus freiwillige Vereinbarungen zwischen dem Lebensmittelhandel und caritativen Organisationen zum Tragen kommen könnten. Pro Jahr werden in Österreich nämlich rund 160.000 Tonnen genießbarer Lebensmittel weggeworfen. Wie viel Gutes könnte mit diesen Lebensmittel getan werden, wenn sie beispielsweise Sozialmärkten oder caritativen Initiativen und Organisationen überlassen werden würden. Der Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung soll auch in der Schule unterrichtet werden, was ich persönlich für sehr wichtig sehe“, betont die Referentin.

„Viele der Waren sind zwar abgelaufen, aber noch ungeöffnet und wären oft durchaus noch genießbar. Mal abgesehen davon, dass das Wegwerfen von Nahrung ethisch sehr bedenklich ist, könnte sich jeder Haushalt durch einen sorgsameren Umgang, eine bessere Einkaufsplanung und auch eine bessere Lagerung zudem viel Geld ersparen, nämlich rund 400 Euro pro Jahr. Unsere Lebensmittel sind viel zu wertvoll und sollten nicht einfach weggeworfen werden. Denken wir auch daran, das weltweit rund eine Milliarde Menschen nicht genug zu essen hat und derzeit auch viele Menschen unter uns leben oder zu uns kommen, die sich einen vollen Küchentisch kaum oder auch gar nicht leisten können“, gibt Karin Renner zu bedenken.

Quelle: APA-OTS / SPNÖ-Landesregierungsfraktion/SPNÖ-Landtagsklub