Abfallbilanz 2014: Thüringer Hausmüll-Aufkommen auf unverändertem Niveau

957
Quelle: Freistaat Thüringen

Erfurt – Thüringer Bürgerinnen und Bürger haben im Jahr 2014 verstärkt Abfälle getrennt. So stieg die Menge der erfassten Wertstoffe Papier, Glas, Metalle, Kunststoffe, Textilien und Bioabfälle erneut an. Sie betrug 227 kg pro Einwohner, was einer gesamten Menge von 490.000 Tonnen entspricht. Das Hausmüllaufkommen lag mit 130 kg pro Einwohner auf einem unverändert niedrigen Niveau.

„Viele Abfälle können weiter verwertet werden. Da schlummert noch ein hohes Potential. So sparen wir Energie, setzten Rohstoffe behutsam ein und sorgen für eine lebenswerte Umwelt“, sagte Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund anlässlich der heute veröffentlichen Abfallbilanz. Ziel sei es, Stoffkreisläufe zu schließen und von einer Abfallwirtschaft zur Kreislaufwirtschaft zu gelangen, so die Ministerin.

Bessere Verwertung von Küchen- und Gartenabfällen

Die Zuwächse beim Wertstoffrecycling resultieren vor allem aus einer gestiegenen Menge an getrennt erfassten Bioabfällen. 2014 konnten fast 10 Prozent mehr Biotonnenabfälle als im Jahr zuvor gesammelt werden. Ein ebenfalls positiver Trend zeigt sich bei den Grünabfällen. Mit 64 kg/Einwohner wurde die Sammelmenge gegenüber 2013 um ca. 12 Prozent erhöht. Dennoch appelliert Anja Siegesmund an die Landkreise „Bei der Verwertung von organischen Küchen- und Gartenfällen besteht in einigen Landkreisen noch Nachholbedarf.“

Die generelle Möglichkeit des Verbrennens von Gartenabfällen, die sogenannten Brenntage, wird es ab 2016 nicht mehr geben. Stattdessen sollen die in einigen Kreisen noch unzureichenden Möglichkeiten zur Abgabe von Gartenabfällen deutlich verbessert werden.

Von der gelben Tonne zur Wertstofftonne

Mit durchschnittlich 36,4 kg so genannter Leichtverpackungen (Verpackungen aus Kunststoff und Metall, Getränkekartons) je Einwohner, die über die Sammlung mit gelben Tonnen und Säcken einer Verwertung zugeführt wurden, liegt Thüringen deutlich über dem Bundesschnitt von etwa 33 kg. Siegesmund forderte die Bundesregierung auf, endlich die gesetzliche Grundlage für eine flächendeckende gemeinsame Wertstofftonne zu schaffen, in der Verpackungen und alle stofflich vergleichbaren Abfälle wie Plastikschüsseln oder –spielzeug, Bratpfannen usw. gesammelt werden

Recycling für Elektro(nik)-Altgeräte ausbaufähig

An Altgeräten haben 2014 die Thüringer Kommunen rund 6,5 kg je Einwohner entgegengenommen und an Recyclingbetriebe weitergegeben. Das ist etwas mehr als in den Jahren zuvor, aber noch immer ausbaufähig: Gerade Kleingeräte landen statt im Recycling oft im Restmüll.

„Alte Elektrogeräte verdienen ein zweites Leben. Am besten durch Wiederverwendung, also Weitergabe über Verschenk- und Verkaufsbörsen, Gebrauchtwarenhäuser, Repaircafés und ähnliches. Wenn das nicht möglich ist, dann durch ein Recycling mit einem Höchstmaß an Ressourceneffizienz“, so die Ministerin. Altgeräte sind zu schade für den Restmüll. Sie können in kommunalen Sammelstellen und beim Handel abgegeben werden.

Abfallwirtschaft zur Klimabilanz

Die von den Thüringer Abfalldeponien ausgehenden klimaschädlichen Methangas-Emissionen wurden in den letzten 15 Jahren um über 90 ProzentProzent reduziert. Bis 2020 sollen diese Emissionen fast vollständig eingedämmt sein. Deponien können jedoch sinnvoll genutzt werden, zum Beispiel durch die Errichtung von Solaranlagen auf stillgelegten Deponien: In Thüringen wurden bisher auf insgesamt 67 ha Deponiefläche Solaranlagen errichtet, wo sie umweltfreundliche Energie produzieren. Das ist etwa ein Fünftel der ehemaliger Deponien bzw. Deponieabschnitte.

Weitere Informationen zur Abfallbilanz sind unter thueringen.de zu finden.

Quelle: Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz