38.000 belastete Schweizer Standorte: Altlastenbearbeitung ist „auf Kurs“

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Industriebrache (Foto: ©Thomas Max Müller / http://www.pixelio.de)

Bern, Schweiz – Gestützt auf die systematische Erfassung durch die Fachstellen sämtlicher Kantone und des Bundes, gibt es in der Schweiz rund 38.000 belastete Standorte. Aufgrund der bisherigen Erhebungen ist insgesamt mit ungefähr 4000 Altlasten zu rechnen, von denen eine mögliche Gefahr für die relevanten Schutzgüter ausgeht. Eine neue Studie des Schweizer Bundesamtes für Umwelt zeigt aber, das die „Altlastenbearbeitung auf Kurs“ liegt.

Die 18.600 belasteten Betriebsstandorte machen eine Fläche von schätzungsweise 60 km2 aus. 14.900 bekannte Ablagerungsstandorte belegen eine geschätzte Gesamtfläche von 150 km2. Die 3.900 im Kataster erfassten Schiessanlagen gelten ebenfalls als Betriebsstandorte; ihre belastete Fläche umfasst etwa 20 km2. Und die Ausdehnung der gut 500 belasteten Unfallstandorte beträgt etwa 1 km2.

Gut 15 Jahre nach Beginn der Altlastenbearbeitung ist die Erfassung und Kategorisierung der belasteten Standorte weitgehend abgeschlossen, und beinahe 1.000 Altlasten wurden bereits saniert. Eine besondere Anerkennung gebührt dabei den kantonalen Fachstellen sowie den für ihren Bereich zuständigen Bundesstellen BAV, VBS, BAZL und ASTRA. Sie setzen sich mit viel technischem Know-how und Engagement für einen effizienten und pragmatischen Vollzug der Altlasten-Verordnung ein.

Von den rund 38.000 belasteten Schweizer Standorten stellen schätzungsweise gut 10 Prozent ein potenzielles Risiko für Mensch und Umwelt dar. Bundesrat und Parlament haben sich zum Ziel gesetzt, die von solchen Altlasten ausgehenden Gefahren innerhalb von ein bis zwei Generationen zu entschärfen. Das Abtragen dieser von früheren Generationen – mehrheitlich zwischen 1950 und 1980 – aufgenommenen Umwelthypothek wird mit Kosten von schätzungsweise 5 Milliarden Franken veranschlagt. Mit der Altlasten-Verordnung von 1998 hat der Schweizer Bundesrat die erforderliche Rechtssicherheit geschaffen, damit die aufwendigen Untersuchungen und Sanierungen überall im Land nach möglichst einheitlichen Kriterien erfolgen können. Dadurch lässt sich auch sicherstellen, dass langfristig keine unzulässigen Mengen an Schadstoffen aus heute noch belasteten Arealen in die Umwelt gelangen.

Die bisherigen Erfahrungen – bilanziert Gérard Poffet, Vizedirektor des BAFU – zeigen, „dass die Schweiz bei der Bewältigung dieses gravierenden Umweltproblems auf dem richtigen Weg ist“.

Download oder Bestellung der Studie „Altlasten aufKurs“ sind über bafu.admin.ch möglich.

Quelle: BAFU Schweiz