25. Dresdner Verpackungstagung diskutierte neues Wertstoffgesetz

1123
25. Dresdner Verpackungstagung 2015 (Foto: Deutsches Verpackungsinstitut e. V. )

Berlin – So viel Dresdner Verpackungstagung war noch nie: Drei spannende Themenblöcke, viele wertvolle Informationen, gute Impulse und Diskussionen sowie klare Ansagen sorgten am 3./4. Dezember für eine erfolgreiche Tagung. Rund 180 Teilnehmer aus der Branche waren der Einladung des Deutschen Verpackungsinstituts (dvi) gefolgt. Neben den arrivierten Experten begrüßte die Tagung auch zahlreiche Studierende, denen eine nahezu kostenfreie Teilnahme ermöglicht wurde. „Möglichst frühe Kontakte zum Netzwerk der Verpackungswirtschaft und die Möglichkeit, unter dem Nachwuchs nach klugen Köpfen Ausschau zu halten, machen unser Angebot zu einer klassischen Win-win-Situation“, erklärt Winfried Batzke, Geschäftsführer des dvi und Moderator der Tagung.

Im Fokus der Veranstaltung stand neben E-Commerce und neuen Materialien auch das neue Wertstoffgesetz. Die Tagung eröffnete drei grundlegende Perspektiven auf das hochaktuelle Thema durch die Vorträge von Dr. Matthias Klein, Referent beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Helmut Schmitz, Leiter der Gruppe Interne Kommunikation bei Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH, sowie Dr. Benjamin Bongardt, Leiter Ressourcenpolitik des NABU e. V..

Verwertungsquoten von 3 auf 58 Prozent

Dr. Klein verdeutlichte zum Einstieg die wesentlichen Eckpunkte des aktuellen Gesetzentwurfes, gab ausführliche Einblicke in den Stand des Verfahrens und Ausblicke auf die nahe Zukunft. Erhöhung der Verwertungsanforderungen, die Einrichtung einer zentralen Stelle, die Erweiterung der Produktverantwortung auf stoffgleiche Nichtverpackungen, neue Herstellerpflichten und Verteilung der Aufgabenverantwortung bei der Organisation der einheitlichen Wertstoffsammlung waren zentrale Punkte des Vortrag.

Helmut Schmitz thematisierte innovative Rücknahmelösungen, die notwendig seien, um die unerlässliche Wertstofferhaltung und Nachhaltigkeit zu garantieren. Hinsichtlich Nachhaltigkeit der Leistungen des Grünen Punkts berichtete Schmitz von einem Anstieg der Verwertungsquoten von 3 Prozent Anfang der 1990er-Jahre auf aktuelle 58 Prozent. Jedes recycelte Kilogramm Kunststoff erspare der Welt 0,8 kg CO2. Und das Potenzial für mehr stoffliches Recycling sei vorhanden. Auch die Kosten habe man dank Wettbewerb und Innovation halbieren können. Den Hauptteil der Kosten mache mit fast zwei Dritteln die Sammlung aus. Dies seien Kosten, die sich kaum minimieren ließen. Das Fazit von Helmut Schmitz: Innovation braucht Investition, nachhaltige Lösungen statt kleinteilige und einseitige Fokussierung, einen adäquaten politischen Rahmen, um Anreize zu setzen sowie die Bereitschaft der Produktverantwortlichen, ihre Gestaltungsmöglichkeiten auch zu nutzen.

Mehr EcoDesign und abfallarme Produkte statt Recycling

Dr. Benjamin Bongardt gab einen klar akzentuierten, kontroversen Blick auf das Thema Recycling und Wertstoffgesetz. Seiner Meinung nach ist Recycling nicht die Lösung. „Es ist nicht ‚alles gut‘ in Deutschland. So ehrlich muss man schon sein“, erklärte Bongardt. Er kritisierte mangelnde Bestrebungen und finanzielle Anreize für EcoDesign und forderte eine Listung „abfallarmer Produkte“ im Handelsregal. Nachhaltige Lebensstile müssten massentauglich gemacht werden. „Es muss sich finanziell lohnen, bewusst – und wenig – zu konsumieren.“ Von der Politik erwartet Bongardt, „dass sie den Vorrang der Abfallvermeidung tatsächlich in bestehende Regelwerke, Gesetze und Instrumente einführt.“

Insgesamt freut sich dvi-Geschäftsführer Batzke über eine sehr gelungene Tagung. „Wir hatten sehr fundierte Vorträge, gute Diskussionen, klare Ansagen und fruchtbare Kontroversen. Das Feedback der Teilnehmer war äußerst positiv und auch die Erwartungen unserer Tagungssponsoren Gerhard Schubert GmbH, DSD – Duales System Holding GmbH & Co. KG, Stora Enso AB und Linhardt GmbH & Co. KG wurden voll erfüllt.“

Quelle: Deutsches Verpackungsinstitut e. V.