ASA diskutierte künftige Strategien der stoffspezifischen Abfallbehandlung

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Ennigerloh – Die künftige strategische Ausrichtung der ASA – Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung e. V. stand im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung am 26. und 27. November in Leipzig. Anlass sind vor allem die sich aktuell abzeichnenden Veränderungen in der Energie- und in der Kreislaufwirtschaft, die auf Anforderungen aus dem Klima- und Ressourcenschutz zurückzuführen sind und die gesetzlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Kreislauf- und Abfallwirtschaft erheblich verändern werden.


Den aktuellen Entwurf des Strategiekonzeptes stellte der Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats der ASA, Dr.-Ing. Ketel Ketelsen, vor, der dieses maßgeblich erarbeitet hat. Dr. Ketelsen verdeutlichte, dass sich die ASA-Mitgliedsbetriebe auf gravierende Änderungen in der Kreislauf- und in der Energiewirtschaft einstellen müssen, die das Abfallaufkommen und die Verwertung der erzeugten Stoffströme maßgeblich beeinflussen werden.

Möglichkeiten für neue Geschäftsfelder

Die Flexibilität der mechanischen und biologischen Techniken sei ein deutlicher Vorteil bei einer erforderlichen Anpassung der Anlagen und eröffne Möglichkeiten für neue Geschäftsfelder. Dabei sei die ASA als Vertretung für die stoffspezifische Abfallbehandlung insgesamt gut aufgestellt, um sich den dargestellten zukünftigen Herausforderungen erfolgreich zu stellen.

Zukünftig will die ASA ihr Interessenfeld nicht nur von gemischten Siedlungsabfällen und Bioabfall auf weitere Abfallarten und Abfallgemische erweitern, sondern auch ihre Tätigkeiten in den Bereichen Wiederverwendung, Recycling und hochwertige energetische Verwertung verstärken.

Zertifizierte Anlagen bilanzieren Klimagas-Gutschrift

Der hohe Beitrag, den die mechanische und biologische Abfallbehandlung schon heute zum Klima- und Ressourcenschutz leistet, wurde anhand der auf der Mitgliederversammlung überreichten Anlagenzertifikate deutlich. Den zertifizierten Anlagen konnte eine Klimagas-Gutschrift von bis zu 540 kg CO2/Mg bescheinigt werden, die vor allem durch eine Kombination von Recycling und energetischer Verwertung in der Mitverbrennung erreicht wurden.

Weitere fachliche Themenschwerpunkte waren die Novelle der Gewerbeabfallverordnung, der Entwurf des Wertstoffgesetzes sowie sich ändernde rechtliche Rahmenbedingungen im Bereich der Bioabfallverwertung und des Imissionsschutzes (Novelle der TA Luft). Hierzu referierten Dr. Radde (BMUB), Hartmut Gaßner (Rechtsanwälte GGSC) und Michael Schneider (VHE -Verband der Humus- und Erdenwirtschaft e.V.).

Herstellerforum präsentierte Konzepte

Den zweiten Veranstaltungstag eröffnete ein „Herstellerforum Bioabfallvergärung“, in dem die im ASA-Fachbereich Vergärungssysteme zusammengeschlossenen Technologieanbieter ihre Anlagenkonzepte mit Fokus auf Fragen der Aufbereitung, der Gärrestentwässerung und der Hygienisierung vorstellten. Im Anschluss vermittelte Rudolf Haider, Obmann der IV-MBA Österreich, einen Einblick in die aktuellen abfallwirtschaftlichen Themen in Österreich und stellte die von ihm verantwortete MBA Oberpullendorf vor. Der Besuch der MBA Cröbern, die von der WEV – Westsächsische Entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft mbH betrieben wird, stellte den Abschluss der ASA-Mitgliederversammlung dar.

Quelle: ASA – Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung e.V.