DUH: Deutsche Kühlgeräte-Entsorgung soll zu den schlechtesten in Europa gehören

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Kühlschrank-Recycling (Foto: Kroll/Recyclingportal.eu)

Berlin — In Deutschland sollen jährlich hunderttausende FCKW-haltige Kühlgeräte unsachgemäß entsorgt werden. Nach einer Umfrage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) belasten die entweichenden Klimagase die Atmosphäre so stark wie umgerechnet eine Million Tonnen Kohlendioxid. Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation fordert deshalb von den Geschäftsführern fünf großer deutscher Kühlgerätehersteller ein glaubwürdiges Umweltengagement und echten Klimaschutz. 


Die DUH wirft den Geschäftsführern der größten deutschen Kühlgerätehersteller vor, Klimaschutzbemühungen durch eine rein auf Profit ausgerichtete Unternehmenspolitik zu torpedieren. Tatsächlich müssen die deutschen Kühlgerätehersteller gewährleisten, dass ihre Altgeräte nach dem Stand der Technik recycelt werden. Dafür beauftragen sie entsprechende Recyclingunternehmen, ohne jedoch zu kontrollieren, ob diese ausreichend klimaschädliches FCKW aus den Geräten entfernen. Nach dem gesetzlich vorgegebenen Stand der Technik müssten aus alten FCKW-haltigen Kühlgeräten 90 Prozent der enthaltenen Treibhausgase entnommen werden. Tatsächlich seien es in deutschen Recyclinganlagen aber nur 63 Prozent. Der Rest entweiche in die Umwelt.

Die DUH fordert von den Kühlgeräteherstellern, geeignete Entsorgungsstandards vorzugeben und deren Umsetzung zu kontrollieren. Hierfür seien regelmäßige Audits, Dokumentationspflichten und unangekündigte Prüfungen vor Ort zwingend erforderlich. Eine geeignete Norm wäre beispielsweise die Norm EN 50574.

Weil die Geschäftsführer festlegen, was in der Verantwortlichkeit ihres Unternehmens geschieht, hat die DUH den Spitzenvertretern der großen deutschen Kühlgerätehersteller ihren geschätzten persönlichen Beitrag zum Klimawandel zugeordnet. „Während die Staatschefs in Paris über die Eindämmung des Klimawandels verhandeln und sich die deutsche Industrie als nachhaltig feiert, heizen die Kühlschrankhersteller ungebremst das Klima an. Sie lassen die unseriös arbeitenden und von ihnen beauftragten Recyclingunternehmen seit vielen Jahren wissentlich gewähren. Deshalb tragen sie die alleinige Verantwortung für Klimagasemissionen von umgerechnet einer Million Tonnen Kohlendioxid“, kritisiert DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Nach Schätzung der DUH gehen „aufgrund unsachgemäßen Kühlgeräterecyclings“ jährlich 670.000 Tonnen vermeidbare CO2-Äquivalente auf das Konto der fünf Gerätehersteller. „In ihren Nachhaltigkeitsberichten brüsten sich die Kühlgerätehersteller mit dem Umweltengagement ihrer Firmen. Mit der Realität hat das wenig zu tun, denn die Entsorgungspraxis in Deutschland gehört zur schlechtesten in ganz Europa. Die deutschen Hersteller und Recycler von Kühlschränken haben scheinbar kein Interesse an einer guten Entsorgung nach dem Stand der Technik“, kritisiert der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

Eine Übersicht der DUH zur möglicherweise vermeidbaren Belastung des Klimas durch die fünf größten deutschen Kühlgerätehersteller und über die Verantwortung ihren Geschäftsführer sind unter duh.de zu finden.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH)