IKB meldet Rückläufe bei Gold-, Silber- und Platin-Recycling

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Edelmetalle (Foto: Kroll / Recyclingportal.eu)

Düsseldorf – Die Goldnachfrage gab bis Ende September 2015 im Vergleich zu 2014 um 1,8 Prozent nach. Im Vergleich der dritten Quartale stieg die Schmucknachfrage (+6 Prozent); die industrielle Nachfrage (-4 Prozent) litt unter dem Dentalbereich und der geringeren Nachfrage aus der Elektronikindustrie. Infolge geopolitischer Krisenherde zog die investive Nachfrage im Gesamtjahresvergleich bisher um über 5 Prozent an, wobei diese sich vor allem auf die physische Nachfrage konzentrierte. ETF-Produkte (Exchange Traded Funds) wurden dagegen weiter abgebaut, meldet die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information.


Angebotsseitig stagnierte die Minenproduktion (nach Netto Hedging der Produzenten) während das Goldrecycling (-5 Prozent) geringer ausfiel. Der Goldpreis dürfte sich in den nächsten drei Monaten um 1.100 US-$/oz. mit einer Bandbreite von 200 US-$ bewegen.

Im Gesamtjahr 2015 wird mit einem Rückgang für die industrielle Silbernachfrage gerechnet. Die Nachfrage aus der Photovoltaik soll um etwa 17 Prozent zulegen; diejenige aus der Elektronikindustrie dagegen sinken. Im Segment der Schmucknachfrage wird trotz gesunkener Preise ein Rückgang um 2,5 Prozent erwartet. Angebotsseitig wird allerdings mit einem Rückgang von bis zu 3 Prozent gerechnet. Während die Minenproduktion seitwärts tendieren soll, sinkt das Recycling. Dies führt zu dem dritten Jahr mit Angebotsdefizit. Entscheidend ist daher die Investmentnachfrage. Nettoabflüsse bei Silber-ETF’s mildern das Defizit etwas. Die IKB sieht daher in den nächsten drei Monaten ein Aufwärtspotenzial und eine Preisbewegung um rund 14,50 US-$/oz. mit einem Band von 2-US-$.

Im Gesamtjahr 2015 kommt es infolge eines Anstiegs der physischen Platinnachfrage um 1,2 Prozent zu einem Angebotsdefizit. Treiber sind die Automobilkatalysatoren und die industrielle Nachfrage, während der Schmuckverbrauch sinkt. Ein starker Produktionsanstieg in Südafrika gleicht die Ausfälle in Russland und anderen Staaten mehr als aus; jedoch sinkt das Recycling. Zudem kam es zu einem Aufbau der Bestände an ETF‘s (Exchange Traded Funds).

Bei Palladium kam es zu einer weiteren Zunahme der physischen Nachfrage aus der Automobil- und Elektronikindustrie, die Schmucknachfrage sank leicht. Trotz eines Einbruchs der investiven Nachfrage ergibt sich ein Angebotsdefizit. Die IKB erwartet für den Platinpreis bis Ende des ersten Quartals 2016 eine Bewegung um 900 US-$/oz. in einem Band von 200 US-$. Für Palladium ist bei einem erneuten Angebotsdefizit daher weiter von einer Bewegung um 600 US-$/oz. in einem Band von +150 US-$ auszugehen.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank