IKB: Raffinade-Produktion von Sekundärkupfer um 3,5 Prozent gestiegen

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Sheet copper (Foto: © H.D. Volz /http://www.pixelio.de)

Düsseldorf – Bis Ende August 2015 stieg die Kupferminenproduktion um 3 Prozent. Da im Vergleich zum Vorjahr die Kapazitäten um 0,7 Mio. Tonnen erhöht wurden, sank die Auslastung der Minen auf 83 Prozent. Die weltweite Primärraffinadeproduktion wuchs um 1 Prozent, diejenige von Sekundärkupfer um 3,5 Prozent. Der globale Verbrauch sank um 2 Prozent. Während China seinen Verbrauch leicht ausweitete, brach der Absatz in Russland massiv ein. Die Einbußen in Europa sind primär hierin begründet, meldet die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information.

Insgesamt dürfte 2015 die weltweite Raffinadeproduktion auf 23,1 Mio. Tonnen anziehen, um 2016 dann 23,5 Mio. Tonnen zu erreichen. Davon dürften 4 Mio. Tonnen aus dem Recycling kommen. Der Verbrauch wächst um rund 1 Prozent. Nach den hohen Angebotsdefiziten der Vorjahre könnte es 2015 zu einem Produktionsüberschuss kommen. Allerdings ist der kräftige Überschuss des ersten Quartals bis Ende August auf 69.000 t abgeschmolzen.

Die Kupfervorräte an der LME haben sich weiter reduziert. Zuletzt lagen diese bei 244.000 Tonnen. Die Lagerbestände an der SHFE gaben ebenfalls wieder nach und betragen nun rd. 173.000 Tonnen. Die Bestände der COMEX dagegen zogen auf 73.000 Tonnen an. Ein Großteil der Volumina dient der Absicherung von Finanztransaktionen. Die weltweiten Vorräte reichen für den Bedarf von knapp unter 8 Tagen. Allerdings dürfte eine weiter anziehende Minenproduktion zur Entspannung der Versorgungslage beitragen. In wie weit der angekündigte Abbau von über 4.000 Beschäftigten beim weltgrößten Kupferproduzenten Codelco in Chile hier gegensteuert, bleibt abzuwarten. Die Ankündigung alleine sollte schon die Preise festigen.

Der Kupferpreis geriet im Verlauf des November 2015 weiter unter Druck und unterschreitet die Marke von 5.000 US-Dollar pro Tonne. Auch mittel- und langfristig ist die physische Nachfrage aus der Bauindustrie, der ITK-Branche, dem Kraftwerksbau sowie der Automobilindustrie stabil. Belastet wird der Markt durch das Spiel der investiven Nachfrager: Die Zahl der Handelskontrakte blieb im November nahezu stabil. Dies könnte ein Indiz für anziehende Preise darstellen, obwohl die Erweiterung der Kupferminenkapazitäten den Preisanstieg begrenzt. Bis Ende des ersten Quartals 2016 sieht die IKB ein Preisniveau von 5.000 US-Dollar pro Tonne mit einem Band von 700 US-Dollar je Tonne um diese Marke.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank