IKB: Niedrige Eisenerz-Spotpreise belasten weiterhin den Schrottpreis

1392
Stahlproduktion im Hüttenwerk (Foto: Kroll/Recyclingportal)

Düsseldorf – Die Weltrohstahlproduktion sank bis Ende Oktober 2015 um 2,5 Prozent. China verzeichnete einen leicht geringeren Rückgang. Für das Gesamtjahr 2015 sieht die IKB Deutsche Industriebank weltweit einen Ausstoß von rund 1,61 Mrd. Tonnen Rohstahl, der 2016 auf 1,66 Mrd. Tonnen anziehen dürfte.

Während der nordamerikanische Markt sich stark rückläufig entwickelt, ist in Lateinamerika eher eine Stagnation zu erwarten. In der Ukraine liegt die Produktion um 18 Prozent unter Vorjahr. Der Ausstoß in der EU 28 stagnierte bis Ende Oktober 2015 (-0,7 Prozent). In Deutschland hält die IKB 2015 eine Tonnage von über 43 Mio. Tonnen für möglich. Die Nachfrage im Inland wird vor allem durch die Automobilindustrie und die Belebung der Bauwirtschaft getragen. Zudem verbesserte sich der Export geringfügig.

Die Schrottpreise bewegten sich im November 2015 tendenziell seitwärts, wobei es große Differenzen nach Sorten und Regionen gab. Altschrotte waren weiter knapp, bzw. wurden teilweise zurückgehalten. Im Export in die Türkei kam es zu einer regelrechten Einkaufswelle, zumal sich die türkische Stahlproduktion wieder etwas erholte. Der schwächere Euro führte zudem zum Umlenken der türkischen Nachfrage aus den USA nach Europa. Die Orders Italiens befanden sich auf dem üblichen Niveau. Die wichtigsten europäischen Abnehmer mussten teilweise leicht höhere Preise akzeptieren. Unverändert belasten aber die niedrigen Eisenerz-Spotpreise den Schrottpreis. Dieser Druck dürfte bis Ende 2016 anhalten. Die Industriebank sieht sehen im ersten Quartal 2016 leicht anziehende Preise, was primär der Wiederauffüllung der Läger geschuldet ist.

Die Weltstahlpreise sanken im November 2015 nochmals gegenüber dem Vormonat. Bei Flachprodukten gaben die Preise je nach Sorte zwischen 4 und 5 Prozent nach. Der Preis für Walzdraht brach um bis zu 7 Prozent ein, die übrigen Langprodukte verbilligten sich um 3 bis 4 Prozent. Ein ähnliches Bild zeigte sich in Europa: Die Preisrückgänge betrugen zwischen 4 und 6 Prozent, bei Bewehrungsstahl bis knapp 7 Prozent. Die Spotmarktpreise für Eisenerz sanken im November-Monatsdurchschnitt auf knapp 47 US-Dollar pro Tonne ab. Die unverändert sehr gute Erzversorgung begrenzt auch 2016 größere Preisanhebungen. China wird seine Exporte in die asiatischen Nachbarländer und in Richtung Naher Osten weiter intensivieren. Ebenso sieht die IKB weitere Steigerungen in die Nafta und die EU. Dies begrenzt das Preisniveau. Bei den Weltstahlpreisen erwartet die Industriebank in den nächsten drei Monaten keine Erholung; in Europa ist auf Euro-Basis in Folge von Lageraufbau und Abwertung eine Stabilisierung möglich.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank