Aluminiumindustrie ist optimistisch: Konjunktur entwickelt sich positiv

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Aluminium-Shredder (Foto: Kroll/Recyclingportal.eu)

Düsseldorf — „Der Aluminiumeinsatz wird weltweit weiterhin kontinuierlich wachsen, auch und gerade in Deutschland. Dabei wird das Recycling eine wichtige Rolle spielen“, beschreibt Heinz-Peter Schlüter, Präsident des GDA Gesamtverband der Aluminiumindustrie, Düsseldorf, die mittelfristigen Aussichten seiner Branche. „Aluminium ist Partner der Energiewende. Durch den anstehenden Ausbau von Stromnetzen und den Einsatz von erneuerbaren Energieträgern entsteht in Deutschland bis 2020 ein zusätzlicher Bedarf für Aluminium“, so Heinz-Peter Schlüter weiter. „Zudem tragen die Aluminiumhütten im Rahmen der Abschaltregelung maßgeblich zur Stabilisierung der Stromnetze bei.“

Insgesamt haben sich Geschäftslage und -erwartung der deutschen Aluminiumindustrie verbessert. Nach einem konjunkturell schwachen 1. Halbjahr 2013 hob sich die Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte. Aluminiumhütten, Halbzeughersteller und Aluminiumgießer konnten ihre Ausbringungsmenge steigern. Die Weiterverarbeiter und die Umschmelzwerke verzeichneten gegenüber dem Vorjahr eine rückläufige Produktion. Für das Jahr 2014 erwartet die Branche einen positiven Konjunkturverlauf.

Ausbringungsmenge gesteigert

„In Deutschland wurde 2013 das Mengenniveau des Vorjahres zwar nicht in allen Produktsegmenten wieder erreicht. Bei den größten Produktgruppen Aluminiumhalbzeug und Aluminiumguss konnte die Ausbringungsmenge jedoch gesteigert werden“, ergänzt GDA-Geschäftsführer Christian Wellner. Dank des hohen Innovationspotenzials in Deutschland wird die Wettbewerbsfähigkeit der Aluminiumindustrie weiter zunehmen. Vor diesem Hintergrund sei die Branche für das Jahr 2014 optimistisch: „Für die kommenden Monate erwarten wir Wachstum in fast allen Marktsektoren und wir meinen, dass sich die Aluminiumkonjunktur in diesem Jahr gut entwickelt“, so Christian Wellner. Die deutschen Aluminiumunternehmen sollten daher im Jahr 2014 das Produktionsniveau des Vorjahres übertreffen.

Aluminiumproduktion weitgehend positiv

In Deutschland wurden im Jahr 2013 rund 492.400 Tonnen Hüttenaluminium und rund 597.400 Tonnen Umschmelzaluminium erzeugt. Die Produktion der Umschmelzwerke bildet dabei nur einen Teil des Recyclings in Deutschland ab. Neben der Produktion der Umschmelzwerke werden in Deutschland schätzungsweise 1,3 Millionen Tonnen direkt in den Formgießereien und in den Aluminiumhalbzeugwerken eingesetzt. Insgesamt kommen in Deutschland also rund 1,9 Millionen Tonnen Recyclingaluminium zum Einsatz.

Die Erzeugung von Aluminiumhalbzeug belief sich im Jahr 2013 auf 2,5 Millionen Tonnen. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg von 3,4 Prozent. Die Unternehmen produzieren Walzprodukte, Press- und Ziehprodukte sowie Leitmaterial. Die Halbzeugunternehmen liefern ihre Produkte in alle wichtigen Industriebereiche. Größte Abnehmer von Aluminiumhalbzeugen sind neben Automotive und Bau die Märkte Verpackung, Maschinenbau und Elektrotechnik.

Anziehende Nachfrage

Sowohl die aktuelle Lage als auch die Erwartungen in vielen Abnehmersegmenten sorgten für eine anziehende Nachfrage bei Aluminiumhalbzeugen. Am stärksten profitierten die Hersteller von Leitmaterial, deren Produktion mit 13,6 Prozent im Vorjahresvergleich anstieg. Auch die Produktion von Walzhalbzeugen konnte mit 4,2 Prozent deutlich zulegen. Die Produktion von Press- und Ziehfabrikaten wuchs hingegen mit 0,7 Prozent nur leicht an. Angesichts der schwierigen Marktlage in Europa ist dies jedoch noch positiv zu bewerten. So konnten die deutschen Hersteller im Jahr 2013 ihren Marktanteil trotz der lediglich stagnierenden Entwicklung in diesem Bereich ausweiten.

Die Gesamtproduktion von Aluminiumguss betrug im Jahr 2013 insgesamt 882.700 Tonnen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Anstieg von 4,2 Prozent. Die Betriebe produzieren Sandguss, Kokillenguss und Druckguss. Hauptabnehmer für Gussprodukte ist der Automobilsektor. Auch der Maschinenbau zählt zu den wichtigen Abnehmerbranchen.

In der Aluminiumweiterverarbeitung wurden in Deutschland im Gesamtjahr 2013 etwa 333.600 Tonnen hergestellt. Das Produktionsvolumen sank damit gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Prozent. Die Betriebe stellen Aluminiumfolien, Tuben, Aerosol- und sonstige Dosen sowie Metallpulver her. Während die Produktion von Metallpulver um 9,7 Prozent zurückging, stieg sie bei Tuben, Aerosol- und sonstigen Dosen mit 5,5 Prozent deutlich an. Die Produktion von Aluminiumfolien nahm um 3,3 Prozent ab.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Prognose

„Die deutschen Aluminiumunternehmen werden in ihren wichtigen Zielmärkten weiterhin nachhaltiges Wachstum verzeichnen“, prognostiziert Heinz-Peter Schlüter die mittelfristigen Aussichten seiner Branche. Die deutsche Aluminiumindustrie habe ihre Wettbewerbsfähigkeit in den letzten Jahren durch Modernisierungen und Restrukturierungen deutlich gesteigert. „So konnten unsere Unternehmen im Jahr 2013 in vielen Segmenten Marktanteile gewinnen.“ Viele Unternehmen hätten aus der letzten Rezession gelernt und können sich schneller und kosteneffizienter auf neue Situationen einstellen. Sie hätten zielgerichtet strategische Investitionen getätigt, die eine flexible Anpassung an die jeweilige Lage unterstützen.

Nach Ansicht von Christian Wellner stehen die Vorzeichen für eine weitere Belebung der Aluminium-Konjunktur nicht schlecht. „Die bessere Auftragslage zum Jahresende 2013 und die stabile Situation Anfang 2014 sprechen für eine weitere Besserung der konjunkturellen Lage. Im Verkehrssektor wird weiterhin der Automobilbau dominieren, aber auch im Schiff- und Flugzeugbau und bei den Nahverkehrssystemen ist noch Wachstum zu erwarten. Auch die Märkte Bau und Verpackung werden sich weiter gut entwickeln“, glaubt Christian Wellner.

Quelle: Gesamtverband der Aluminiumindustrie e.V.