HWWI-Rohstoffpreisindex: Industrie-Rohstoffe im November um -5,9% gesunken

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Hamburg – Im vergangenen Monat gaben die Preise für Rohöl – nach einer zwischenzeitlichen Stabilisierungsphase – wieder nach und der Index für Energierohstoffe fiel um 6,9 Prozent (in Euro: -2,6 Prozent). Auch Industrierohstoffe waren von den neuerlichen Kurseinbußen betroffen. Der Index für Industrierohstoffe sank um 6,0 Prozent (in Euro: -1,7 Prozent). Vergleicht man die derzeitige Lage an den Rohstoffmärkten mit dem Zustand vor 1 ½ Jahren, so hat sich die Situation dramatisch verändert: Die Preise sind drastisch eingebrochen und der HWWI-Rohstoffpreisindex hat sich mehr als halbiert.

Nach drei Monaten mit vergleichsweise stabilen Preisen fiel der HWWI-Rohstoffpreisindex im November erneut und verringerte sich um 6,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat. In Euro-Notation belief sich der Rückgang aufgrund des schwachen Euros auf insgesamt 2,1 Prozent. Damit markierte der Gesamt-Index im November seinen tiefsten Stand im laufenden Jahr sowie gleichzeitig auch seit über 6 ½ Jahren, als der Index im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise nur unwesentlich geringer notierte.

Auch bei Industrierohstoffen fielen im November die Preise. Teilweise sanken die Notierungen auf Mehrjahres-Tiefstände. Anhaltende Sorgen, dass die chinesische Wirtschaft – größter Verbraucher der meisten Industrierohstoffe – weiter ins Stocken gerät, trübten die Aussichten ein. Erste Prognosen gehen davon aus, dass Chinas Stahlnachfrage in diesem Jahr gefallen ist und auch 2016 fallen wird. Diese Perspektive schlägt sich insbesondere in den Rohstoffen für die Stahlproduktion wieder. Eisenerz erreicht mit einem Monatsdurchschnitt von 46,18 US-Dollar pro Tonne seinen geringsten Wert seit 2004, als die Preisfindung für Eisenerz noch bilateralen Verträgen unterlag und nicht im Spotmarkt bestimmt wurde. Auch die Preise für NE-Metalle fielen auf neue Tiefstände. Der Stahlveredler Nickel notierte mit zeitweise 8.155 US-Dollar pro Tonne auf seinem tiefsten Stand seit 2003, Zink und Kupfer erreichten mit monatsdurchschnittlichen 1.582 US-Dollar bzw. 4.808 US-Dollar pro Tonne ihre geringsten Stände seit 2009.

Autor: Lars Ehrlich

Quelle: Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut gemeinnützige GmbH (HWWI)