Umweltminister Rupprechter: Vorschlag der EU-Kommission wird kritisch geprüft

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EU Kommission (Foto: © Schmuttel / http://www.pixelio.de)

Wien — Österreichs Bundesumweltminister Andrä Rupprechter beurteilt den gestern vorgelegten Vorschlag der EU-Kommission zur Kreislaufwirtschaft kritisch. „Die Kommission hat ein ambitioniertes Papier versprochen. Wir werden die vorliegenden Vorschläge sehr genau prüfen. Wichtig ist mir, dass wir uns am Ende auf wirklich ambitionierte Ziele und Maßnahmen einigen und zwar für alle Mitgliedstaaten. Nur so können wir die Chancen, die eine Kreislaufwirtschaft für Europa bietet, bestmöglich nutzen“ betont Rupprechter.

Zentrale Punkte des Pakets sind die verstärkte Wiederverwertung von Abfällen sowie die getrennte Sammlung von Bioabfällen in allen EU-Ländern. Die vorgeschlagene Beschränkung der Deponierung von Siedlungsabfällen bis 2030 ist für Rupprechter nicht ehrgeizig genug. „Es dürfen keine Hintertüren offen bleiben. Die Ausnahmen für einzelne Mitgliedsstaaten bieten keinen Anreiz, mit der Reduktion der Abfälle zu beginnen.“ Nachbesserungsbedarf ortet der Minister auch bei der Qualität der ins Recycling gehenden Abfälle. Recyclingprodukte sollen möglichst frei von Problemstoffen sein, um nachteiligen Umweltauswirkungen entgegenzuwirken.

Beim Abfallmanagement gibt es derzeit in Europa noch sehr große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. Einige Länder deponieren noch immer mehr als 90 Prozent ihrer Abfälle, statt sie als wertvolle Ressource zu nutzen. Österreich zählt mit seinen sehr hohen Recycling- und Verwertungsquoten bei Siedlungsabfällen zu den europäischen Spitzenreitern.

Recycling trägt nicht nur zur Einsparung wertvoller Ressourcen und damit zur Rohstoffsicherheit in Europa bei, sondern spart euch erhebliche Mengen Energie und Treibhausgase ein. So wird beispielsweise beim Recycling von Kupfer oder Aluminium rund 80 Prozent weniger Treibhausgas emittiert als im Vergleich zur Herstellung aus Primärrohstoffen.

Das EU-Kreislaufpaket besteht aus Vorschlägen für die Überarbeitung von sechs Richtlinien im Abfallbereich und einem Aktionsplan. Das Paket enthält Vorschläge für den gesamten Lebenszyklus von Materialien und Produkten, beginnend vom Herstellungsprozess über das Produktdesign und die Gebrauchsphase bis hin zu Recycling und Entsorgung. Das Paket ist ein Baustein auf dem Weg Europas hin zu einer ökologischen, klimafreundlichen, ressourceneffizienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft. Unter anderem weist die Kommission auch auf derzeit noch schlummernde Potenziale in den Bereichen „Green Jobs“, Chancen für Klein- und Mittelbetriebe sowie innovative neue Geschäftsmodelle und Technologien hin.

Quelle: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft