EU-Paket: Verpackungsstahl-Industrie fordert ambitionierte Recyclingziele

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Quelle: APEAL - The Association of European Producers of Steel for Packaging

Brüssel – Das angekündigte Paket zur Kreislaufwirtschaft in der Europäischen Union muss ambitionierte Recyclingziele enthalten, um einen Kulturwandel beim Design, bei der Herstellung, im Gebrauch und bei der Wiederverwertung von Produkten zu bewirken. So lautet die zentrale Forderung von APEAL, der Branchenorganisation europäischer Hersteller von Verpackungsstahl, vor der mit Spannung erwarteten Veröffentlichung der EU-Kommission am 2. Dezember.

APEAL, ein Zusammenschluss der vier weltgrößten Produzenten von Verpackungsstahl ArcelorMittal, Tata Steel Packaging, Thyssenkrupp Packaging Steel, U.S. Steel Košice, begrüßt das lang erwartete Paket. Es soll einen Wandel in der gesamten EU hin zu einem effizienteren, umweltfreundlicheren Wirtschaftssystem einleiten, das die schwindenden natürlichen Ressourcen der Erde bewahrt.

Nach Überzeugung der Hersteller ist Stahl mit seinen inhärenten Eigenschaften, insbesondere mit seiner magnetischen Beschaffenheit, und der Möglichkeit der unbegrenzten Wiederverwertung ohne Qualitätsverlust das ideale, nachhaltige Verpackungsmaterial. Daher kann Stahl einen entscheidenden Beitrag zu diesem Wandel leisten. Allerdings fordern die Verantwortlichen von APEAL robuste Recyclingziele als zentralen Bestandteil des Pakets, um die für den erforderlichen Kulturwandel notwendige Dynamik zu erzeugen.

Kulturwandel in Design, Produktion und Wiederverwertung nötig

Alexander Mohr, Generalsekretär von APEAL, argumentiert: “Es ist ganz einfach. Die natürlichen Ressourcen der Erde schwinden und dennoch basiert unser Leben weiterhin auf nicht wiederverwertbaren Materialien. Damit erzeugen wir große Mengen Müll, der letztlich auf Deponien landet und unserer Erde schadet. Um diese Entwicklung zu stoppen, brauchen wir einen Kulturwandel im Design, in der Produktion und bei der Wiederverwertung. Die bevorzugte Verwendung dauerhaft nachhaltiger Materialien und erreichbare aber ehrgeizige Recyclingziele sind die einzig sinnvolle Möglichkeit, das zu erreichen. Auf diese Weise zwingen wir Regierungen, Hersteller und die Welt, darüber nachzudenken, wie sie diese Ziele erreichen – und wie sie die bedeutenden Investitionen dafür tätigen können.”

APEAL betrachtet Stahlverpackungen als ideales Material für eine Kreislaufwirtschaft, die auch als Modell für andere Stoffe dienen kann. Der Verband ist zuversichtlich, dass die Stahlindustrie die Anforderungen für höher gesteckte Recyclingziele erfüllen kann. Aktuelle Zahlen zum Recycling von Stahl zeigen Quoten von mehr als 75 Prozent in vielen EU Mitgliedstaaten wie beispielsweise Portugal, Spanien, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Deutschland, Norwegen, Bulgarien, Rumänien und Ungarn. In Deutschland, Belgien und den Niederlanden liegen die Quoten sogar über 90 Prozent.

Der Recyclingquote von 75 Prozent annähern

Es ist nach Ansicht von APEAL vielversprechend, dass sich andere Länder den 75 Prozent annähern und dass Länder wie beispielsweise Polen, die noch darunter liegen, derzeit ihre Infrastruktur verbessern, um ihre Recyclingquoten zu steigern.

Dr. Ulrich Roeske, Präsident von APEAL, der ebenfalls an einer eingehenden Anhörung zu dem Paket zur Kreislaufwirtschaft teilgenommen hatte, sagte: “Das Paket, auf das wir so lange gewartet haben, kann eine Schlüsselrolle beim Wandel in Europa und darüber hinaus spielen.“ Und fügte hinzu: Bei APEAL denken wir schon seit vielen Jahren in Lebenszyklen. Bereits 2006 haben wir ein vollständiges Umweltprofil von Weißblech vorgelegt, anhand dessen unsere Kunden informierte Entscheidungen über nachhaltige Verpackungslösungen treffen und einen Beitrag zum Erhalt unserer natürlichen Ressourcen leisten können. Wir hoffen, dass eine ähnliche Dynamik jetzt auch Regierungen und in der Folge den gesamten Markt erfasst und alle Beteiligten diese Ziele teilen und übernehmen.”

Aus dem Rahmenprogramm für Forschung und Innovation “Horizont 2020” mit einem Budget von 16 Mrd. € stellt die Europäische Union in den kommenden zwei Jahren 670 Mio. € für das Projekt zur Kreislaufwirtschaft zur Verfügung.

Quelle: APEAL – The Association of European Producers of Steel for Packaging