Stiftung GRS Batterien stellt Sicherheits-Konzept für Lithium-Batterien vor

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Gelbe Behälter für Lithiumbatterien und -zellen (Foto: GRS Batterien)

Frankfurt/Main – Das zunehmende Aufkommen von Lithium-Batterien stellt die gesetzlich verpflichtende Rückgabe von Altbatterien vor neue Herausforderungen. Insbesondere die sehr hohen gefahrgutrechtlichen Anforderungen erschweren eine verbrauchergerechte Rückgabe von Altbatterien – nicht nur für private Haushalte, sondern auch für professionelle und industrielle Letztbesitzer. Im Rahmen eines gemeinsam mit den kommunalen Spitzenverbänden durchgeführten Pilotprojekts wurde das von der Stiftung GRS Batterien entwickelte Sicherheitskonzept inzwischen erfolgreich getestet.

Teilgenommen hieran haben öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger (örE) in zehn Städten beziehungsweise Regionen. Seit Beginn 2015 werden diese neuen, sicheren Rückgabeverfahren nun bundesweit sowohl im kommunalen als auch gewerblichen Bereich flächendeckend eingeführt. Georgios Chryssos, Vorstand der Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien (GRS), erläuterte die Hintergründe in einem kurzen Interview..

Herr Chryssos, was ändert sich für den Verbraucher durch die Einführung des neuen GRS-Sicherheitskonzeptes?

Georgios Chryssos: Für Verbraucher ändert sich nicht viel. Kleine Batterien bis zu einem Gewicht von 500 Gramm, zum Beispiel aus dem Smartphone, Tablet, Laptop oder MP3-Player, können sie weiterhin über die bekannten grünen Sammelbehälter im Handel oder auf dem Wertstoffhof entsorgen. Neu hinzu kommt, dass Verbraucher auch bei der Rückgabe von Elektroaltgeräten die nicht festumschlossenen Batterien entfernen und in die bereitgestellten Sammelbehälter geben sollen. Große unbeschädigte Lithiumbatterien über 500 Gramm, die nicht in die grünen Sammelbehälter passen, müssen allerdings von der Sammelstelle separat und von geschultem Personal in gelben Sammelbehältern erfasst werden.

Was bedeutet das für den rücknahmeverpflichteten Handel oder die Kommunen?

Georgios Chryssos:

Den geltenden gefahrgutrechtlichen Vorschriften geschuldet, bedeutet das vor allem für die rücknahmeverpflichteten Vertreiber im Fachhandel und Handwerk sowie die Wertstoff- und Recyclinghöfe der örtlichen Entsorger deutlich erhöhten Aufwand. GRS Batterien unterstützt diese Rücknahmestellen aber mit speziellem Verpackungs- und Transportmaterial, wie auch mit umfangreichen Informationen und Schulungsangeboten für Mitarbeiter. Wohlwissend, dass dieser Sicherheitsaufwand eine zusätzliche Belastung für die Unternehmen und Kommunen bedeutet, wurde sehr darauf geachtet, dass alle Zusatzmaßnahmen möglichst einfach und praxisgerecht eingeführt und dennoch alle Sicherheitsanforderungen vollumfänglich eingehalten werden können.

Was passiert mit beschädigten Lithiumbatterien?

Georgios Chryssos:

Kleine Zellen mit einem Gewicht von bis zu 500 Gramm können in der Regel über die bereitstehenden grünen Sammelboxen entsorgt werden. Größere beschädigte Lithiumbatterien über 500 Gramm stellen aber ein sicherheitstechnisches und logistisches Problem dar – hier gelten spezielle Sicherheits- und Transportvorschriften. Besondere Vorsicht gilt zum Beispiel bei verbeulten oder aufgeblähten Batterien. Große beschädigte Lithiumbatterien werden ausschließlich durch besonders geschultes Fachpersonal entgegengenommen und in separaten Spezialbehältern gelagert und transportiert. Die sich anschließende Transportlogistik bedarf spezieller Genehmigungen und wird europaweit derzeit einzigartig von GRS Batterien durchgeführt.

Bei Unsicherheiten sollte der örtliche Entsorger kontaktiert oder das GRS Batterien-Infotelefon unter der Rufnummer 01806-80 50 30 (20 Cent/Anruf Festnetz, mobil abweichend) genutzt werden.

Quelle: ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V., Fachverband Batterien