European Aluminium Congress: Aluminium-Recycling nimmt an Bedeutung zu

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Quelle: Gesamtverband der Aluminiumindustrie e.V. (GDA)

Wien — Der Werkstoff Aluminium hat aufgrund der Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten großes Zukunftspotential. „Fakt ist aber auch, dass Reformbedarf besteht, was die Förderung der Recyclierbarkeit des Rohstoffes Aluminium betrifft“, betonte Gerold Trommelschläger gestern auf dem zweitägigen European Aluminium Congress 2015 in Düsseldorf.

Trommelschläger, stellvertretender Obmann des Fachverbandes Nichteisen-Metallindustrie in der Wirtschaftskammer Österreich, hob insbesondere die Notwendigkeit von Reformen auch am Standort Österreich hervor: „Insbesondere der Abbau von Bürokratie und die Senkung der Lohnnebenkosten würde der bestehenden Zurückhaltung bei Investitionen am Wirtschaftsstandort Österreich entgegenwirken.“ Denn die hochinnovative Aluminiumindustrie weise nach wie vor gute Wachstumsraten aus.

Aluminium-Schrotte in Europa halten

In seiner Keynote zum EAC 2015 betonte Gwenole Cozigou, Direktor der Generaldirektion Industrie der EU-Kommission, die künftigen Anforderungen an Branche und Werkstoff. „In Zeiten sich verknappender Rohstoffreserven und vor allem teurer Energie, nimmt die Bedeutung des Recyclings von Wert- und Werkstoffen immer mehr zu“, unterstrich Gwenole Cozigou. Besonders wies er auf die Europäische Innovations-Partnerschaft bei Rohstoffen hin, die ein wesentlicher Standortfaktor für Europa sei.

In dieselbe Kerbe schlug auch Helmut Rechberger, Experte der Technischen Universität Wien. Aluminium werde in Österreich ausschließlich auf Recyclingbasis hergestellt, Primäraluminium hierzulande aufgrund der hohen Energiekosten nicht mehr erzeugt. Daher habe Aluminiumrecycling in Österreich einen bedeutenden Stellenwert. Aufgrund hoher Recyclingkompetenz und laufender Investitionen in Technologie und Ausbildung spiele Österreich eine führende Rolle am europäischen Markt. Um europaweit die ambitionierten Recyclingziele erreichen zu können, seien verbesserte Sammel- und Sortierabläufe notwendig. Darüber hinaus müsse sichergestellt werden, dass der energetisch so wertvolle Rohstoff Aluminiumschrott nicht durch Grauexporte der europäischen Recyclingindustrie verloren gehe, so Rechberger.

Hohe Wachstumsraten zu erwarten

„Aluminium hat auch in Zukunft hervorragende Wachstumschancen in den unterschiedlichsten Einsatzbereichen und Branchen“, umriss Roman Stiftner, Geschäftsführer des Fachverbandes Nichteisen-Metallindustrie die Ergebnisse des EAC 2015. So sei ein Anstieg des Einsatzes von Aluminium im Karosseriebau der Automobilindustrie von etwa 25 Prozent pro Jahr bis zum Ende des Jahrzehnts zu erwarten. „Darüber hinaus stellt Aluminium auch in weiteren wichtigen Anwendungsmärkten wie Bau, Maschinenbau oder Schienenfahrzeugbau sein Wachstumspotenzial kontinuierlich unter Beweis“, erklärte Roman Stiftner.

„Innovationen sind entscheidende Schlüsselfaktoren für den zukünftigen Erfolg und garantieren die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der Aluminiumindustrie. Klarerweise gilt es wichtige Eckpunkte genau im Auge zu behalten. Zum einen ist dies die Entwicklung am chinesischen Markt, dessen Überproduktion zu einer Flutung des europäischen Marktes führen könnte. Und zum anderen die weitere Entwicklung in Sachen Umweltmanagement, Stichwort CO2 Emissionen sowie die weitere Entwicklung der Energiepreise“, fügte Gerold Trommelschläger abschließend hinzu.

Langfristig leistungsstark und wettbewerbsfähig

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel wies in seinem Grußwort darauf hin, dass Deutschland brauche ebenso wie „eine langfristig leistungsstarke und wettbewerbsfähige Aluminiumindustrie – über die gesamte Wertschöpfungskette, von der Erzeugung, über die Bearbeitung, bis hin zur Wiederverwertung. Denn die Branche ist von großer Bedeutung für Wachstum, Fortschritt und Beschäftigung am Standort Deutschland.“

In vier Sessions des Kongresses informierten Experten aus Industrie und Forschung über Legierungsentwicklungen, Recycling und Ressourceneffizienz, Zukunftsmärkte und Prozesstechnologien. Über 200 Experten aus der Branche, den Kundenindustrien sowie Wissenschaftler und Politiker diskutierten auf der die Chancen und Herausforderungen der Megatrends Mobilität, Ressourcenschonung und Industrie 4.0 für den Werkstoff Aluminium. Organisiert wurde der EAC 2015 innerhalb der „D-A-CH Allianz für Aluminium“ vom Gesamtverband der Aluminiumindustrie e.V., Düsseldorf, dem Fachverband NE-Metall in der WKÖ sowie dem Schweizer Aluminiumverband „alu.ch“. Die drei Länder vertreten den mit Abstand größten europäischen Wirtschaftsraum mit gemeinsamer Sprache.

Quelle:  Wirtschaftskammer Österreich, Fachverband Nichteisenmetall-Industrie (FV NE-Metall)