Unsachgemäßes Kühlgeräterecycling? DUH fordert Komplettänderung der TA Luft

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Kühlmittel-Absaugung (Foto: Kroll/Recyclingportal.eu)

Berlin – Deutschland soll ein Problem beim Recycling ausgedienter Kühlgeräte haben. Durch unsachgemäße Entsorgung FCKW-haltiger Kühlschränke entweichen Klimagase. Grund für den Austritt großer Mengen FCKW aus alten Kühlgeräten sollen mangelhafte Entsorgungspraktiken der Recycler sein, die durch ein veraltetes und unzureichendes Regelwerk – die TA Luft – ermöglicht werden. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert darum, die TA Luft komplett zu ändern und die Regeln vorbildlicher europäischer Entsorgungsstandards wie z.B. der Norm EN 50574 zu übernehmen.

Aktuell wird die TA Luft vom Bundesumweltministerium novelliert. Doch schon vor Veröffentlichung des Arbeitsentwurfes ist klar, dass kleinere Korrekturen an der Norm nicht ausreichen werden, um das Problem des mangelhaften Kühlgeräterecyclings zu beenden. „Die deutschen Regeln zum Kühlgeräterecycling gehören zu den schlechtesten in ganz Europa. Sie schreiben lediglich vor, einmal im Jahr zu prüfen, ob eine Recyclinganlage funktionstüchtig ist. Ob die Anlage zwischen den jährlichen Tests ordnungsgemäß betrieben wird, kann dadurch nicht sichergestellt werden. Das öffnet betrügerischen Entsorgungspraktiken seit Jahren Tür und Tor, zu Lasten der Umwelt und Gesellschaft“, kritisiert DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Nach dem Stand der Technik müssten aus alten Kühlgeräten 90 Prozent der enthaltenen Klimagase entnommen werden. Tatsächlich sind es nach Darstellung der DUH in deutschen Recyclinganlagen aber nur 63 Prozent. „Der bisherige Verzicht auf Mengenstromnachweise – also was geht rein und raus – führt absurderweise dazu, dass Recyclingunternehmen umso mehr verdienen, je geringer die Entnahmequote an FCKW ist. Die bisherigen deutschen Entsorgungsregeln von Kühlgeräten sind ein Kotau vor den Geräteherstellern und der Recyclingindustrie, die scheinbar kein Interesse an einer ordnungsgemäßen Kühlgeräteverwertung haben“, meint der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft, Thomas Fischer.

Um zu verstehen, wie in Deutschland eine wirklich gute Kühlgeräteentsorgung erreicht werden könnte, mag ein Blick in europäische Nachbarstaaten, wie zum Beispiel Frankreich, Österreich, die Schweiz oder die Niederlande helfen. Dort wird die beispielgebende europäische Entsorgungsnorm EN 50574 umgesetzt. Sie schreibt verpflichtend eine Stoffstrombilanz vor und ermöglicht durch die Vorgabe konkreter FCKW-Entnahmewerte eine einfache Überprüfung der Anlagenleistung. Damit wird klar, welche Menge an Kühlgeräten mit wie viel umweltschädlichen FCKW in eine Anlage gelangt und welche Menge FCKW tatsächlich entnommen und fachgerecht zerstört wird.

„Bei der aktuellen Novellierung der TA Luft ist es notwendig, die im europäischen Entsorgungsstandard EN 50574 enthaltenen Vorgaben zu übernehmen. Ohne die Vorgabe von Entnahmewerten für in Kühlgeräten enthaltene FCKW, einer genauen Dokumentation der Materialströme und einer Überwachung des täglichen Anlagenbetriebs wird auch eine überabeitete TA Luft wirkungslos sein“, warnt Jürgen Resch.

Die Stellungnahme der DUH zur Überarbeitung der TA Luft ist unter duh.de(1) verfügbar. Sie zeigt eine Übersicht der wesentlichen Kriterien für eine umweltgerechte Kühlgerätebehandlung. Weitere Informationen zur Entsorgung von Kühlgeräten sind auf der DUH-Homepage unter duh.de(2) zu finden.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH)