Teilen statt besitzen: Stiftung Initiative Mehrweg präsentierte „Steigen-Sharing“

1355
Quelle: Stiftung Initiative Mehrweg

Berlin – Die diesjährige Woche der Abfallvermeidung vom 21. bis 29. November 2015 steht unter dem Motto: „Teilen statt besitzen“. Mehrweg-Systeme verkörpern den Prototyp dieses Mottos, dem auch „Sharing Economy“ Systeme folgen. Die Stiftung Initiative Mehrweg lud deshalb Medienschaffende und Experten ein, sich im Rheinland über die verschiedenen Logistik-Stationen einer Mehrwegverpackung am Beispiel der Obst- und Gemüsesteigen zu informieren.

Ministerialdirigent Dr. Thomas Rummler, Unterabteilungsleiter Kreislaufwirtschaft im Bundesumweltministerium, eröffnete die Reise mit den Worten: „Mehrweg-Verpackungssysteme bedeuten Abfallvermeidung und leisten einen wichtigen Beitrag zu Ressourcenschonung.“

Da mit den Mehrwegsteigen Lebensmittel transportiert werden, gelten für sie hohe Hygienestandards. Dr. Kurt Jäger, Geschäftsführer der Euro Pool System International (Deutschland) GmbH, hatte beim Bau der modernen Hochleistungswaschanlage in Bornheim immer auch die Nachhaltigkeit der Anlage im Blick: „Mit Hilfe modernster Technik werden hier in Bornheim beim Waschprozess insgesamt 2,4 Mio Kilowattstunden und 8.400 Kubikmeter Wasser im Jahr eingespart. Der CO2-Ausstoß reduziert sich damit um 1.315 Tonnen pro Jahr.“ Konkret erfolgt die Trocknung der Kisten durch den Einsatz neuartiger Zentrifugen, die 90 Prozent des Energieverbrauchs herkömmlicher Gebläsetrockner einsparen. Die Feuchtigkeit in den Hallen wird mittels Grundwasser gekühlter Kondensatoren reduziert, was jährlich weitere 1,5 Mio. Kilowattstunden Strom für Klimageräte erspart.

Die nächste Station der Fahrt präsentierte die Befüllung der Steigen mit Obst- und Gemüse bei der Erzeugerorganisation Landgard. Der Geschäftsführer Herr Hach Amar erklärt: „Die stabilen Mehrwegsteigen sind genormt und lassen sich beim weiteren Transport gut stapeln. Insbesondere wenn für die Auslieferung in die Filialen die Paletten mit Steigen verschiedenster Produkte zusammengestellt werden.“ Clemens Stroetmann, Geschäftsführer der Stiftung Initiative Mehrweg, hob eine Studie des Fraunhofer Instituts hervor, wonach sich durch den Einsatz von Mehrwegsteigen 34 von 35 Bruchschäden vermeiden lassen, die bei der Verwendung von Einweg-Kartons anfallen würden: „Es ist wichtig Lebensmittel angemessen wertzuschätzen und sie mit Sorgfalt zu transportieren.“ Entsprechend werde bei der Erzeugerorganisation „angeschlagene Ware“ schon dann aussortiert, wenn sie sich allein aufgrund von „Schönheitsfehlern“ nicht für den Verkauf über den Lebensmittel-Einzelhandel eignet.

Die letzte Station der Reise galt den Waren aus Groß- und Supermärkten, die nicht verkauft werden. Frau Karin Fürhaupter, die 1. Vorsitzende der Kölner Tafel e.V., berichtet: „Monatlich holen wir in Köln aus den Supermärkten 43 Tonnen Obst und Gemüse ab. Der Großteil der Waren ist in Mehrweg- Steigen. Wir geben die Waren weiter an Einrichtungen, die sich um Bedürftige kümmern, z.B. Ausgabestellen für Lebensmittel, Mutter-Kind-Heime oder Jugendeinrichtungen in sozialen Brennpunkten. Auch hier leisten die Mehrweg-Steigen kostbare Dienste. Mit ihrer Hilfe entfällt für uns Aufwand für die Entsorgung von Einweg Kartons.“

Die Firma IFCO Systems GmbH, ein weiterer, international tätiger Pooler von Mehrweg-Steigen, unterstützt die Arbeit der Tafeln nicht nur dadurch, dass sie saubere Mehrwegsteigen für den Transport und die Sortierung der Lebensmittel zur Verfügung stellt, sondern auch mit Zuschüssen für die Anschaffung von Kühlfahrzeugen. Michael Meierhöfer, Vice President North and Central Europe der IFCO Systems GmbH, betonte noch einmal die Bedeutung des Mehrweg-Prinzips: „Es ist gut zu wissen, dass Mehrwegsteigen Obst- und Gemüse beim Transport zum Verbraucher sicher schützen. Bis zur Abgabe bei den Tafeln können dadurch Lebensmittelverluste vermieden werden.“

Quelle: Stiftung Initiative Mehrweg e.V.