Ba-Wü: Daten belegen einen deutlichen Wandel in den Entsorgungswegen

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Quelle: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

 

Stuttgart, Karlsruhe – In Baden-Württemberg ist ein deutlicher Wandel in den Entsorgungswegen vor allem bei der Ablagerung von Abfällen auf ehemaligen Hausmülldeponien festzustellen. Von 1990 bis 2013 ging die abgelagerte kommunale Abfallmenge (ohne Baumassenabfälle) von knapp 5,8 Mio. t auf knapp 120 000 t zurück. Im gleichen Zeitraum hat sich die stoffliche Verwertung fast verdoppelt und betrug im Jahr 2013 rund 1,8 Mio. t.

Eine ähnliche Entwicklung sehen die jetzt erschienenen „Umweltdaten 2015 Baden-Württemberg“ bei der biologischen Behandlung. Die Menge der biologisch behandelten Abfälle, insbesondere durch Aufbereitung zu Kompost, stieg von ca. 420.000 t im Jahr 1990 auf rund 1,1 Mio. t im Jahr 2013 an und hat sich somit nahezu verdreifacht. Die Menge der thermisch und mechanisch-biologisch behandelten Abfälle nahm von rund 820.000 t im Jahr 1990 auf über 2 Mio. t im Jahr 2013 zu. Dieser vor allem seit 2004 zu verzeichnende Anstieg ist auf das seit dem 1. Juni.2005 geltende Ablagerungsverbot für Abfälle, die organische Bestandteile enthalten, zurückzuführen.

2013 fielen bei den rund 960 kommunalen Kläranlagen in Baden-Württemberg bei der Abwasserreinigung rund 240 000 t Klärschlamm (Trockenmasse) an. Davon wurden 225.000 t energetisch und 15.000 t stofflich verwertet (z. B. Landwirtschaft, Landschaftsbau, Kompostierung). Die Deponierung von Klärschlamm ist seit dem 1 Juni 2005 abfallrechtlich nicht mehr möglich. In Baden-Württemberg wird Klärschlamm in erster Linie energetisch verwertet. Damit geht die Verwertung des Klärschlamms in der Landwirtschaft oder im Landschaftsbau immer mehr zurück. Dieser Trend zur energetischen Verwertung von Klärschlamm ist seit Ende der 1990er Jahre zu erkennen.

Die in Baden-Württemberg im Jahr 2013 betriebenen 80 Kompostierungsanlagen, 9 Bioabfall-Vergärungsanlagen und 88 Sortieranlagen sowie Zerlegeeinrichtungen für Elektronikschrott sind über das ganze Land verteilt. Außerdem gibt es rund 320 Deponien für Baumassenabfälle, 23 Hausmülldeponien, eine Untertagedeponie in Heilbronn, zwei Versatzbergwerke in Bad Friedrichshall-Kochendorf und Haigerloch-Stetten sowie eine Sonderabfalldeponie in Billigheim.

Die abnehmende Bedeutung der Deponien für die Beseitigung von Hausmüll in Baden-Württemberg sieht man nicht nur an den rückläufigen auf Hausmülldeponien abgelagerten Abfallmengen, sondern auch am Rückgang der Anzahl der in Betrieb befindlichen Hausmülldeponien. So verringerte sich die Zahl der in der Ablagerungsphase befindlichen Deponien der Klasse DK II (i.d.R. ehemaligen Hausmülldeponien) in Baden-Württemberg von 48 im Jahr 2001 auf 23 im Jahr 2013. Langfristig könnten noch weniger Deponien in Baden- Württemberg für die Entsorgungssicherheit ausreichen.

Die „Umweltdaten 2015 Baden-Württemberg“, erarbeitet vom Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, können unter lubw.baden-wuerttemberg.de heruntergeladen werden.

Quelle: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg / Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg