Österreichs Sekundärrohstoffhandel sieht wenig optimistisch in die Zukunft

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Quelle: Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ)

Wien – Als „sehr angespannt“ bezeichnet Alfred Störchle, Bundesgremial-Obmann des Berufszweigs Sekundärrohstoffhandel, die wirtschaftliche Lage der österreichischen Branche: „Sowohl Absatzmengen als auch Preise sinken europaweit und auch in unserem Land stark: Von Juni bis November sind die Preise für Eisenschrott um rund 100 Euro pro Tonne gefallen. Wir haben also eine ähnliche Situation wie 2008, wo Transport- und Abholkosten, Mietkosten für Mulden und Container und Entsorgungskosten für Billigschrottsorten verlangt werden mussten.“ Für die Zukunft zeigt er sich nur wenig optimistisch: Viele Schrotthändler hätten teuer eingekauft und könnten nicht oder nur zu extrem niedrigen Preisen an die Stahlindustrie verkaufen.


Der Grund für die Situation liegt in einer weltweiten Überproduktion: Stahlwerke kaufen derzeit den extrem billigen Rohstahl und Halbzeug aus Stahl, so genannte Knüppel, aus China. Da im Land selbst die Abnehmer fehlen, versucht China das Material auf den Weltmärkten unterzubringen. Störchle schätzt, dass ca. 300 Mio. Tonnen Rohstahl aus China auf den Weltmarkt kommen. Zum Vergleich: Europa verbraucht 150 Mio. Tonnen Rohstahl jährlich.

Doch nicht nur das macht die Situation des Sekundärrohstoffhandels insgesamt äußerst schwierig. Es kommt noch ein zweiter Faktor dazu: „Neben den Preisen für (Eisen-)Schrott sind in den vergangenen Monaten auch jene für Altmetall wie Kupfer, Aluminium und Nirosta unter Druck gekommen. In beiden Bereichen hoffen wir jedoch auf eine baldige Stabilisierung“, unterstreicht Branchensprecher Störchle.

Quelle: Wirtschaftskammer Österreich, Berufszweig Sekundärrohstoffhandel, Recycling und Entsorgung