EU-Recyclingquote für Kunststoffabfälle um knapp 4 Prozent gestiegen

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Sortieren von Kunststoff-Abfällen (Foto: PET-Recycling Schweiz)

Brüssel – Die aktuellen Zahlen des jährlich erscheinenden Reports „Plastics – the Facts 2015“ von PlasticsEurope und EPRO zeigen: Die europäische Kunststoffindustrie steht weiterhin auf stabilen Beinen. So wurden im zurückliegenden Jahr etwa 59 Millionen Tonnen Kunststoff produziert, ein leichter Anstieg gegenüber dem Jahr 2013.

Mittlerweile werden europaweit fast 70 Prozent (69,2 Prozent) der verbrauchernahen Kunststoffabfälle stofflich oder energetisch genutzt. Von den 25,8 Millionen Tonnen an post-consumer Plastikabfällen wurden 29,7 Prozent recycelt (Vorjahr: 26), 39,5 Prozent energetisch genutzt (Vorjahr: 36) und 30,8 Prozent (Vorjahr: 38) auf die Deponie gebracht. Seit 2006 haben sich die Anteile von Recycling und Energiegewinnung an der Verwertung von Kunststoffmüll um 64 Prozent bzw. 46 Prozent gesteigert, während die Deponierung um 38 Prozent zurückging.

Norwegen kann mit 40 Prozent auf die höchste Recyclingquote für Kunststoffabfall in Europa verweisen. Die Niederlande, Deutschland, Schweden, Dänemark, Belgien, Irland, Estland, Slowenien, Portugal, Slowakei, Tschechien und Spanien liegen noch über der 30 Prozent-Marke. Die Reihe der übrigen EU Mitgliedstaaten beschließt Malta mit einer Quote von 14 Prozent.

Deutschland liegt hinter Österreich und Luxemburg und vor Schweiz, den Niederlanden, Schweden und Dänemark mit einer Verwertungsquote von 99 Prozent mit an der Spitze.

Allerdings ist die Deponierung von Plastikmüll nach wie vor die Entsorgungsmethode Nummer Eins. Weniger als 10 Prozent Deponierung erreichen nur Norwegen, Schweden, Dänemark, Deutschland, Österreich, die Schweiz sowie die Benelux-Länder. Zu den Regionen, in denen noch über die Hälfte der Kunststoffabfälle auf Deponien wandert, gehören neben den südost-europäischen Staaten auch Polen, das für 2016 ein Deponierungsverbot plant, Lettland und Spanien.

„Plastic – The Facts 2015“ kann unter plasticseurope.de heruntergeladen werden.

Quelle: PlasticsEurope / EPRO