Zementindustrie: 16% des Gesamtrohstoff-Bedarfs durch Sekundärrohstoffe gedeckt

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Zementwerk (Foto: ©Marc-Tollas /http://www.pixelio.de)

Berlin – Im Jahr 2014 wurden in Deutschland ca. 32,1 Mio. Tonnen Zement produziert. Zur Herstellung dieser Produktionsmenge hat die deutsche Zementindustrie 50,1 Mio. Tonnen Rohstoffe eingesetzt – davon allein 8 Mio. Tonnen in Form von Sekundärrohstoffen, mit denen rund 16 Prozent des Gesamtrohstoffbedarfs gedeckt werden konnten. Der damit hergestellte Zement wird im Wesentlichen als Ortbeton oder für Betonfertigteile verwendet. Für die Betonherstellung werden zusätzlich weitere 130 bis 140 Mio. Tonnen an Sand und Kies als Zuschlagsstoffe aufgewendet, so dass sich für die Wertschöpfungskette von Zement und Beton ein jährlicher Gesamtbedarf von 180 bis 190 Mio. Tonnen ergibt.

Neben dem Einsatz von Primär- und Sekundärrohstoffen verwendet die deutsche Zementindustrie auch große Mengen an Brennstoffen, vor allem zur Herstellung des Portlandzementklinkers. Allerdings spielen fossile Brennstoffe in Deutschland nur noch eine untergeordnete Rolle. So wird der thermische Energiebedarf überwiegend (63,4 Prozent in 2014) durch Sekundärbrennstoffe gedeckt, wie z.B. Altreifen, Altöle, Gewerbe- und Siedlungsabfälle oder Altholz. Der Anteil der fossilen Brennstoffe (v.a. Braun- und Steinkohle) ging kontinuierlich von 74,3 Prozent im Jahr 2000 auf aktuell 36,6 Prozent zurück.

Die Materialproduktivität in Deutschland ist zwischen 2000 und 2012 um rund 52 Prozent angestiegen. Geringer fiel hingegen der Anstieg der Rohstoff- und Ressourcenproduktivität aus (mit 34 Prozent bzw. 4 Prozent), da hierbei zusätzlich vorgelagerte Materialinputs inklusive der ausländischen Rohstoffbasis berücksichtigt werden.

Besseres Monitoring und Urban Mining

Verbesserungsmöglichkeiten sieht die deutsche Zementindustrie unter anderem in einem Monitoring der Material- und Energieeffizienz sowie des kumulierten Rohstoff- und Primärmaterialaufwands; hierzu könnten insbesondere die vorliegenden bzw. in Entwicklung befindlichen VDI-Richtlinien herangezogen werden. Die Unternehmen können auf diese Weise den Grundstein für weitere technologische Verbesserungen legen und Fortschritte bei der Entwicklung der Rohstoffproduktivität messen.

Möglich wäre auch die Unterstützung und Mitwirkung bei der Entwicklung eines Informationssystems „Urban Mining“; hierfür werden verlässliche Daten über tatsächlich und potenziell zur Verfügung stehende RC-Baustoffe benötigt. Diese Rohstoffbasis wird im Zuge der Entwicklung des Baubestands in Hoch- und Tiefbau mittel- und langfristig immer bedeutsamer werden.

Der vollständige Bericht über „Rohstoffversorgung und Ressourcenproduktivität in der deutschen Zementindustrie“, verfasst vom Wuppertal Institut im Auftrag von Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Sozialpolitischer Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Zementindustrie e.V. sowie dem Verein Deutscher Zementwerke e.V. kann unter zement-verbindet-nachhaltig.de heruntergeladen werden.

Quelle: Verein Deutscher Zementwerke e.V. et al.