VKU: Innovationspreise an kommunale Unternehmen mit Zukunfts-Projekten

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Quelle: Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU)

Berlin – Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hat auf seiner gestrigen Verbandstagung den VKU-Innovationspreis unter dem Motto „Kommunale Unternehmen: Mehrwert durch Innovation schaffen“ verliehen. Es wurden insgesamt acht Mitgliedsunternehmen mit innovativen und zukunftsweisenden Projekten in den Kategorien Abfallwirtschaft und Stadtreinigung, Wasser- und Abwasserwirtschaft, Energiewirtschaft sowie Telekommunikation ausgezeichnet. Zusätzlich verlieh der VKU zwei Sonderpreise. „Wir freuen uns, das umfangreiche Engagement der Unternehmen in den Bereichen Innovation, Zukunftsgerichtetheit und Nachhaltigkeit in der Kommunalwirtschaft besonders zu würdigen“, betonte VKU-Präsident Ivo Gönner.

In der Kategorie Abfallwirtschaft und Stadtreinigung sind die Zentrale Abfallwirtschaft Kaiserslautern AöR (ZAK) sowie die GML Abfallwirtschaftsgesellschaft mbH zusammen von der Jury ausgewählt worden. Die nominierten Unternehmen haben von 2010 bis 2015 ein interkommunales Kooperationsprojekt durchgeführt, um die Behandlungskapazitäten im Müllheizkraftwerk und in der Mechanisch-Biologischen Abfallbehandlungsanlage zu optimieren. Die Jury zeichnete das Projekt aufgrund seines innovativen Charakters und insbesondere seiner Vorbildfunktion und Nachhaltigkeit aus.

In der Kategorie Wasser- und Abwasserwirtschaft sind der Zweckverband Ammertal-Schönbuchgruppe (ASG) und die Stadtwerke Tübingen GmbH (swt) zusammen ausgewählt worden. Die Jury hat das Kooperationsprojekt ausgewählt, da es zeigt, wie strategisch wichtig die Öffnung der Wasserwirtschaft für Energiethemen ist. Das Projekt enthält eine börsenpreisabhängige Pumpsteuerung des Wasserwerks, mit der eine Optimierung des Lastmanagements und eine Reduzierung der Stromkosten erreicht werden.

In der Kategorie Energiewirtschaft wurde die DREWAG – Stadtwerke Dresden GmbH von der Jury ausgewählt. Die Jury hat das Innovationskraftwerk Dresden Reick insbesondere auf Grund seines zukunftsweisenden Charakters sowie seines systemischen Ansatzes als besonders preiswürdig erachtet. Die Symbiose zwischen konventioneller und regenerativer Energietechnik sowie Energieeffizienz zeigt ein Miteinander unterschiedlicher Technologien, das zum Gelingen der Energiewende essenziell ist.

Dieses Jahr vergibt der VKU zum ersten Mal einen Innovationspreis in der Kategorie Telekommunikation. Die Wahl der Jury fiel auf die Stadtwerke Marburg GmbH für ihr Engagement für den Auf- und Ausbau von Breitbandinfrastruktur. Das kommunale Unternehmen hat eine Breitbandversorgung in unterversorgten Regionen mit einer betriebsfremden, nicht leitungsgebundenen Funktechnik und ohne Fördergelder aufgebaut. Die Stadtwerke Marburg haben auf dieser Grundlage ihr Geschäftsfeld bis zum aktuellen FTTH-Glasfaserausbau weiterentwickelt. Die Jury hat das Telekommunikationsprojekt aufgrund seiner Vorbildfunktion und seines zukunftweisenden Charakters ausgewählt: Der Projektstart erfolgte zu einer Zeit, als das Thema Breitband vielfach noch am Anfang stand. Das Projekt wurde bürgernah und schnell ausgeweitet. Es verdeutlicht, dass kommunale Unternehmen Telekommunikation „können“ und passende lokale Lösungen entwickeln und umsetzen.

Zusätzlich verleiht der VKU in diesem Jahr zwei Sonderpreise. Einen Sonderpreis für Innovationsmanagement erhält die Berliner Stadtreinigung für ihr „Ideenlabor“. Mit diesem Projekt hat das Unternehmen seit rund vier Jahren eine Innovationsplattform geschaffen, die losgelöst von herkömmlichen Denkstrukturen gesellschaftliche Trends erkennt, aufgreift und in interdisziplinären Mitarbeiterteams auf die Relevanz für das Unternehmen prüft und umsetzt. Mit dem „Ideenlabor“ übernimmt die BSR eine Vordenkerfunktion für die gesamte Branche. Die Jury würdigte damit besonders die Konzeption, die Vielzahl der durchgeführten Projekte sowie den zukunftsweisenden Charakter des „Ideenlabors“ der BSR.

Den zweiten Sonderpreis für Kooperation erhalten 13 kommunale Partnerunternehmen der Strom-zu-Gas-Plattform der Thüga-Gruppe. In ihrem Projekt zeigen sie, wie mit Hilfe einer Demonstrationsanlage die Einspeisung von in Wasserstoff umgewandeltem Strom in ein Erdgasverteilnetz gelingt. Die Jury hat besonders den zukunftsweisenden Charakter der Strom-zu-Gas-Demonstrationsplattform sowie die Vorbildfunktion für die Energiebranche gewürdigt.

Der VKU-Innovationspreis wird alle zwei Jahre im Rahmen der Verbandstagung verliehen. Der Preis ehrt Unternehmen, die sich in besonderem Maße für die kommunale Wirtschaft verdient gemacht haben. Entscheidend für die Verleihung des Preises sind acht Auswahlkriterien, darunter Nachhaltigkeit, eine positive öffentliche Wahrnehmung sowie der Innovationsgrad. „Mit dem Innovationspreis fördert der VKU als Spitzenverband der kommunalen Wirtschaft die Vorbildfunktion von innovativen kommunalen Unternehmen. Die Preisträger sind gute Beispiele für eine moderne Kommunalwirtschaft“, erklärte VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche bei der Preisverleihung. Der Preis ist nicht dotiert.

Quelle: Verband kommunaler Unternehmen (VKU)