Abriss des AKW Unterweser: Bauschutt-Deponie dringend gesucht

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Abriss (Foto: ©Karl-Heinz Laube /http://www.pixelio.de)

Bremen – Das Atomkraftwerk Unterweser bei Esenshamm an der Weser soll ab 2017 abgerissen werden. Nun geht die Angst vor dem Atommüll um. Im Ort Driftsethe im Landkreis Cuxhaven soll nach den Plänen eines Unternehmers eine Bauschuttdeponie entstehen. Die beantragte Haldendeponie soll eine Fläche von rund zwölf Hektar bekommen und eine Höhe von maximal 32 Meter betragen, meldet Radio Bremen.

Örtliche Bürgerinitiativen befürchten, dass die Deponie hinter den Kulissen schon längst beschlossene Sache ist. Der Grund: Der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel braucht dringend Deponien, auf denen der Müll aus dem Rückbau gelagert werden kann. Die Bürgerinitiativen werfen dem Gewerbeaufsichtsamt Lüneburg vor, es vertrete deshalb eine Pro-Haltung gegenüber der Deponie. Das Amt prüft derzeit über 300 Einwendungen von Bürgern.

In Kürze will die Gewerbeaufsicht auf dem möglichen Deponiegelände Sondierungen vornehmen lassen, um den Boden zu prüfen. Kommt die Deponie, dann wird es dort auch möglich sein, Bauschutt vom Atomkraftwerk einzulagern, der nicht radioaktiv ist. Ob dieser Müll dann tatsächlich ungefährlich ist, das bezweifeln die Initiativen – zumal es beim Rückbau in Stade bereits Probleme gab.

Bis Ende des Monats läuft noch das Beantragungsverfahren für den Rückbau des Atomkraftwerks Unterweser, bei dem Bürger ihre Bedenken vortragen können. Dabei geht es auch um ein Zwischenlager direkt am AKW, das erweitert werden soll, um dort radioaktiven Müll zu lagern. Der Betreiber E.ON kalkuliert schon jetzt mit 482.000 Tonnen Schutt, der durch den Abriss nicht nuklearer Gebäude entsteht. Der Rückbau soll 2017 beginnen.

Die öffentliche Diskussion um den Rückbau wird live im Nordwestradio heute von 18:05 – 19:00 Uhr übertragen oder als Mitschnitt gesendet.

Quelle: Radio Bremen