Entsorgungsverband Saar: Rückgang der Hausmüllmengen 2014 weniger stark

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Quelle: Entsorgungsverband Saar (EVS)

Saarbrücken – Im Jahr 2014 betrug die Abfallmenge an Hausmüll 143.067 Tonnen, an Sperrmüll 35.585 Tonnen und an überlassungspflichtigen Gewerbeabfällen 29.000 Tonnen. Abzüglich von deponierten Gewerbeabfällen und Zwischenlagermengen belief sich der Input in die saarländischen Müllverbrennungsanlagen auf knapp 371.000 Tonnen, meldet der Entsorgungsverband Saar (EVS) im jetzt erschienenen Jahresbericht 2014.

Der Trend zu einem Rückgang der über die Graue Tonne gesammelten Hausmüllmengen hat sich im Jahr 2014 zwar weiter fortgesetzt, allerdings weniger stark als in den Jahren 2012 und 2013. Die Hausmüllmenge sank um 1.800 Tonnen (rund 1,2 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr. Dagegen hat die Sperrmüllmenge um rund 2.000 Tonnen (6 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Der Wert liegt noch über dem Niveau des Jahres 2010, in dem das Sperrmüllaufkommen im Vorfeld der Einführung des neuen Gebührenmodells ungewöhnlich hoch war.

Restmüllmengen stark gesunken

Um die Kapazitäten der beiden saarländischen Verbrennungsanlagen auszulasten und damit Deckungsbeiträge zu erwirtschaften, wurden rund 161.700 Tonnen Abfälle – 21.000 Tonnen mehr als in 2013 – über vertragliche Vereinbarungen mit Dritten (EEW, Remondis und Sydeme) in den Verbrennungsanlagen verwertet und beseitigt. Die Mehrmengen sind insbesondere auf erhöhte Anlieferungen von Sydeme und EEW zurückzuführen.

Mit der Einführung eines mengenabhängigen Abfall-Gebührensystems zum 1. Januar 2011 sind die Restmüllmengen im Saarland so stark gesunken, dass der EVS den Vertrag mit dem wesentlich teureren Abfallheizkraftwerk der EEW Energie from Waste in Neunkirchen zum Ende 2016 kündigen konnte. Die EVS-eigene Anlage in Velsen reicht heute schon aus, um die saarländischen Abfälle zu behandeln. Diese Abfallverwertungsanlage hat mit dem Jahr 2014 das erfolgreichste Betriebsjahr seit ihrer Inbetriebnahme 1998 abgeschlossen. So wurden im Jahr 2014 238.826 Gewichtstonnen Abfälle durchgesetzt bzw. verwertet, was einem Plus gegenüber 2013 von 28.000 Tonnen entspricht. Möglich war das gute Ergebnis insbesondere durch eine Anlagen-Verfügbarkeit von rund 97 Prozent.

Große Akzeptanz der Wertstoff-Zentren

Mit der Eröffnung des EVS Wertstoff-Zentrums Perl im August 2014 hat der Verband das Ziel der Installierung eines flächendeckenden Netzes von 20 EVS Wertstoff-Zentren im Saarland erreicht. Die Besucherstatistik belegt eindrücklich die große Akzeptanz der EVS Wertstoff-Zentren: Im Vergleich zum Betriebsjahr 2013 sind die Besucherzahlen im Jahr 2014 insgesamt um rund 15 Prozent gewachsen. Die einzelnen Standorte der EVS Wertstoff-Zentren konnten im Jahr 2014 zwischen 15.000 und mehr als 70.000 Besucher verzeichnen. Wurden im Jahr 2013 pro Wertstoff-Zentrum durchschnittlich rund 2.500 Tonnen an Wertstoffen und Abfällen (inkl. Bauschutt und Grünschnitt) erfasst, so waren dies im Jahr 2014 knapp 2.725 Tonnen.

Deponie-Restvolumen rund 590.000 Kubikmeter

Den gesetzlichen Vorgaben entsprechend hat die EVS ABW GmbH zur Sanierung, Rekultivierung und Nachsorge ihrer 3 Zentral- und 35 Altdeponien zum 31.12.2014 rund 25,3 Millionen Euro Rekultivierungsrückstellungen gebildet. Nach dem im Mai 2014 erstellten Deponiefortschrittsbericht betrug das Restvolumen der Zentraldeponie Ormesheim zu diesem Zeitpunkt 165.037 Kubikmeter, das der Zentraldeponie Merzig-Fitten 327.797 Kubikmeter. Die noch verfügbare Kapazität der Deponie Illingen beträgt rund rund 95.000 Kubikmeter.

Der komplette Jahresbericht steht unter evs.de zur Verfügung.

Quelle: Entsorgungsverband Saar (EVS)